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Allianz stellt Langfrist-Prämienprognose

29.5.2026 – Das globale Prämienvolumen ist 2025 laut Allianz-Bericht 2025 um 7,1 Prozent gestiegen. Für die kommenden zehn Jahre wird eine jährliche Steigerung von durchschnittlich 5,3 Prozent erwartet. Die Österreich-Prognose für diesen Zeitraum sieht alle drei Sparten im Plus, besonders die Krankenversicherung.

Allianz Global Insurance Report 2026 (Cover; Quelle: Allianz)
Allianz Global Insurance Report 2026
(Cover; Quelle: Allianz)

Die Versicherungsbranche ist 2025 weltweit um schätzungsweise +7,1 Prozent gewachsen.

Insgesamt konnten Versicherer damit weltweit ein Prämienplus von 456 Milliarden Euro verzeichnen und erzielten 6,9 Billionen Euro an Einnahmen.

Dies besagt der am Donnerstag veröffentlichte „Allianz Global Insurance Report 2026“, der die Entwicklung der weltweiten Versicherungsmärkte analysiert.

„Wachstum normalisiert sich auf hohem Niveau“

Die Lebensversicherung war mit 2.861 Milliarden Euro das größte Segment. Sie legte um 6,9 Prozent zu, nach einem „außergewöhnlich starken Zuwachs“ von 11,3 Prozent 2024. Dennoch bewege sich die Sparte damit aber „weiterhin komfortabel über historischen Durchschnittswerten“.

Die Abschwächung sei vor allem durch Nordamerika verursacht worden, „wo der durch höhere Zinsen ausgelöste Rentenversicherungsboom an Schwung verliert“, erklärt die Allianz. Wichtigster Wachstumsmotor sei Asien mit +9,9 Prozent, wobei allein China +11,4 Prozent aufwies.

Schaden/Unfall war mit 2.320 Milliarden Euro zweitgrößte Sparte. Sie blieb mit +3,8 Prozent deutlich unter den +8,5 von 2024 sowie unter der durchschnittlichen Wachstumsrate der vergangenen zehn Jahre von +5,6 Prozent. Hintergrund sei „das Auslaufen des Preiszyklus mit beginnender Stabilisierung der Schadeninflation“.

Die Krankenversicherung war 1.688 Milliarden Euro stark. Sie wuchsen um 12,3 Prozent „und damit so stark wie zuletzt im Jahr 2014“. Treiber seien alternde Bevölkerungen, steigende Gesundheitskosten und Druck auf öffentliche Gesundheitssysteme. Allein Nordamerika verzeichne +14,9 Prozent. Die USA stehen laut Allianz inzwischen für mehr als 70 Prozent der weltweiten Krankenversicherungsprämien.

Geopolitische Umwälzungen und strategische Bedeutung der Branche

„Die geopolitische Fragmentierung kehrt viele der Annahmen um, die die Weltwirtschaft jahrzehntelang geprägt haben“, kommentiert Ludovic Subran, Chefvolkswirt des Allianz-Konzerns.

„Da Handel, Kapitalströme und Regulierung zunehmend fragmentiert werden, ersetzt Resilienz zunehmend Effizienz als dominierendes Ordnungsprinzip. Dadurch wird das operative Umfeld komplexer und kostspieliger – und erhöht damit den Druck, Versicherungen bezahlbar zu halten.“

Nicht weniger als die strategische Bedeutung der Versicherungsbranche stehe auf dem Spiel, meint Subran, „nicht nur als Instrument des Risikotransfers, sondern auch als entscheidender Ermöglicher von Investitionen, Innovation und wirtschaftlichem Vertrauen“.

Ausblick auf 2026–2026: Versicherungsindustrie wächst weiter

Für die kommenden zehn Jahre (2026–2036) prognostiziert die Allianz für den globalen Versicherungsmarkt eine jährliche Steigerungsrate von durchschnittlich 5,3 Prozent wachsen. Damit sollte er die gesamtwirtschaftliche Leistung „leicht übertreffen“.

Am stärksten dürfte demnach die Krankenversicherung zulegen (+6,7 Prozent pro Jahr), wiederum mit den USA als Treiber der Entwicklung, gefolgt von Leben (+4,9 Prozent) und Schaden/Unfall (+4,7 Prozent).

Die Österreich-Prognose

Und Österreich? Für das kommende Jahrzehnt erwartet Allianz Research ein durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) in Höhe von

  • +5,0 Prozent in der Krankenversicherung (nach +5,6 Prozent 2015–2025)
  • +3,1 Prozent in der Schaden- und Unfallversicherung (nach 3,8 Prozent 2015–2025) und
  • +1,2 Prozent in der Lebensversicherung (nach –2,3 Prozent 2015–2025).

„Eine stärker fragmentierte Weltwirtschaft macht das Risikoumfeld komplexer, doch sie schafft gleichzeitig neue Wachstumschancen“, sagt Daniel Matic, CEO der Allianz Österreich.

„Die Nachfrage nach Absicherung, Resilienz und spezialisierten Risikotransferlösungen steigt, gerade in Bereichen wie Infrastruktur, Energiesicherheit und politischen Risiken. Als Versicherer müssen wir unsere Geschäftsmodelle weiterentwickeln: mit regional resilienteren Strukturen, einer tieferen Integration geopolitischer Analysen ins Underwriting und neuen Produkten für neue Risiken.“

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Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Lebensversicherung · Versicherungsmarkt
 
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