21.10.2026 – Knapp 73 Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren schätzen ihre allgemeine Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Ebenso viele haben aber mindestens ein gesundheitliches Problem. Das geht aus der „Gesundheitsbefragung 2025“ der Statistik Austria hervor. Sie weist zugleich auf einen Anstieg bei Depressionen und Adipositas gegenüber der letzten Befragung hin. Frauen erwarten 64,7, Männer 62,7 Lebensjahre in guter Gesundheit.

„Die Gesundheitsbefragung 2025 zeigt, dass sich die große Mehrheit der Menschen in Österreich weiterhin gesund fühlt: 72,5 Prozent bewerten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut“, stellt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, fest.
Sie zitiert damit aus den Daten einer Umfrage, die die Statistik Austria 2025 und Anfang 2026 österreichweit im Auftrag des Gesundheitsministeriums und der Bundesgesundheitsagentur durchgeführt hat. Hierfür hat sie 16.446 Personen befragt.
21,1 Prozent bewerteten ihren Gesundheitszustand subjektiv als „mittelmäßig“, die verbleibenden 6,4 Prozent als „schlecht“ oder „sehr schlecht“.
Die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ für die in Privathaushalten wohnhafte Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren.
Der Anteil derer, die ihren Gesundheitszustand als „sehr gut“ einschätzen, hat sich gegenüber der letzten Befragung 2019 allerdings verringert.
Dieser – altersstandardisierte, also um Unterschiede in der Altersstruktur der Bevölkerung bereinigte – Anteil sank um 6,2 Prozentpunkte auf 29,1 Prozent.
Zurückzuführen sei das sei „vor allem auf die zunehmend kritischere Beurteilung der eigenen Gesundheit durch jüngere Personen“.
Diese Entwicklung spiegle sich auch in den zu erwartenden „gesunden Lebensjahren“ wider. So konnten Männer 2025 bei der Geburt 62,7 Jahre in Gesundheit erwarten, das sind um 0,4 Jahre weniger als 2019. Bei den Frauen blieb es unverändert bei 64,7 Jahren.
Informationen zur Lebenserwartung stammen aus den jährlich berechneten Sterbetafeln, Informationen zum Gesundheitszustand aus den Befragungen, erläutert die Statistik Austria.
Für ältere Menschen zeige sich hingegen eine positive Entwicklung: Die fernere Lebenserwartung in Gesundheit stieg bei 65-jährigen Männern gegenüber 2019 um 1,3 Jahre auf 10,6 Jahre und bei gleichaltrigen Frauen um 1,4 Jahre auf 11,6 Jahre.
Auch, wenn die große Mehrheit mit ihrer Gesundheit zufrieden ist: Fast aufs Komma genau gleich viele, nämlich 72,6 Prozent, geben an, mindestens ein chronisches Gesundheitsproblem zu haben.
Nach Alter sortiert: Bei den 15- bis 44-Jährigen sind 58,7 Prozent von chronischen Erkrankungen betroffen, in der Altersgruppe 45 bis 59 drei Viertel (76,6 Prozent) und unter den Personen ab 60 Jahren bereits fast jeder (87,7 Prozent).
Bei jüngeren Menschen zählen Allergien und psychische Beschwerden zu den häufigsten Gesundheitsproblemen, bei älteren insbesondere Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Arthrose.
Chronische Rücken- und Nackenschmerzen wiederum gehören in fast allen Altersgruppen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Der Anteil der „innerhalb der vergangenen zwölf Monate“ davon Betroffenen reicht von 14,4 Prozent bei den 15- bis 29-Jährigen bis zu 48,0 Prozent bei den ab 75-Jährigen.
Wie die Statistik Austria hervorhebt, sind aktuell mehr Personen von Depressionen betroffen als 2019.
9,3 Prozent nannten Anzeichen einer depressiven Symptomatik (2019: 5,6 Prozent) – unter den Frauen 10,7 Prozent, unter den Männern 7,9 Prozent. „Besonders belastet waren junge Frauen von 15 bis 29 Jahren: 12,5 Prozent zeigten eine depressive Symptomatik.“
Bei jüngeren Menschen habe sich die Häufigkeit depressiver Symptomatik im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppelt: Damals waren 4,2 Prozent der 15- bis 44-Jährigen betroffen, aktuell 10,1 Prozent.
Einen Anstieg gibt es auch bei Adipositas-Fällen.
Aktuell sind 18,7 Prozent der Männer und 17,0 Prozent der Frauen adipös. Gegenüber 2019 bedeutet das eine Zunahme des altersstandardisierten Anteils adipöser Männer um 0,6 Prozentpunkte, jenes der Frauen um 1,7 Punkte. Gegenüber 2006/07 betrug der Anstieg 6,1 bzw. 3,7 Punkte.
Betroffen ist insbesondere die mittlere Altersgruppe. Unter den 15- bis 29-Jährigen sind 9,9 Prozent stark übergewichtig, unter den 45- bis 59-Jährigen nahezu ein Viertel.
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