16.3.2026 – Freitag, der 13., ist tatsächlich einer der schadensträchtigsten Tage bei Kfz-Unfällen, stellt die Wiener Städtische in einer Analyse fest. Allerdings spricht sie auch von saisonalen Effekten und Unfallhäufungen zu anderen Terminen, mit dem 1. Juli als Spitzenreiter. Die deutsche Zurich-Gruppe sieht Freitag, den 13., ohnehin als zu Unrecht verschrien.
Den Freitag der letzten Woche hat es wieder einmal erwischt: Es war ein Dreizehnter, der sich bekanntlich nachsagen lassen muss, ein Unglücksbringer zu sein.
Mitunter bestehen diesbezüglich regelrecht Ängste. Die phobische Störung in Bezug auf diesen Tag hat sogar einen Namen: „Paraskavedekatriaphobie“. Der Begriff leitet sich aus den griechischen Bestandteilen „Paraskave“ (Freitag) „Dekatria“ (13) und „Phobos“ (Furcht) ab.
Sie kann in schweren Fällen dazu führen, dass sich Betroffene an einem Freitag, dem 13., gar nicht aus dem Bett trauen, Termine, Reisen oder soziale Aktivitäten abgesagt werden, wie Doccheck.com schreibt.
Aber haben die auf einen Dreizehnten fallenden Freitage ihren schlechten Ruf zu Recht?
Die Zurich-Gruppe Deutschland sagt nein: Sie wertet ihre Schadenstatistik seit 2011 aus und hat erst vor kurzem wieder ein eindeutiges Ergebnis präsentiert. „Unsere Zahlen zeigen: Freitag, der 13., ist kein Unglückstag“, sagt Unternehmenssprecher Bernd O. Engelien.
„In mehreren Jahren lagen die Schadenmeldungen im Bereich Sachversicherungen inklusive des Kfz-Bereichs an diesen Tagen sogar unter dem Durchschnitt der übrigen Freitage, in anderen Jahren leicht darüber“, so Engelien weiter.
Dies war laut Zurich Deutschland beispielsweise beim letzten Freitag, dem 13., im Juni 2025 der Fall. Hier habe es rund 16 Prozent mehr Schäden als an anderen Freitagen im letzten Jahr gegeben. In den Jahren 2021 bis 2024 sei der Wert hingegen leicht darunter gelegen.
Ein wiederkehrendes Muster oder ein besonderes Risiko lasse sich daraus jedoch nicht ableiten. Für die Zurich ergibt sich damit auch: Statistisch ist die Paraskavedekatriaphobie nicht belegbar.
Die Wiener Städtische kommt indes zu einem etwas anderen Ergebnis: Freitag, der 13., „ist tatsächlich einer der schadensträchtigsten Tage bei Kfz-Unfällen“, wie der Versicherer letzten Freitag aufgrund einer Zehn-Jahres-Analyse wissen ließ.
„Unsere Analyse zeigt, dass Freitag, der 13., eine etwas höhere Schadensfrequenz aufweist als andere Tage“, sagt Wiener-Städtische-Vorstandsdirektorin Doris Wendler.
Sie relativiert zugleich: „Viele dieser Freitage fallen aber auch in Monate mit generell erhöhter Unfallhäufigkeit – etwa in die Winter- oder Sommermonate. Saisonale Effekte spielen daher eine Rolle.“
Im Schnitt verzeichnet die Städtische an einem Freitag, dem 13., rund 246 Kfz-Unfälle und damit 10 Prozent mehr als an einem „normalen Freitag“. Dieser spezielle Tag liege zudem deutlich über dem Durchschnitt anderer Wochentage.
Trotz einzelner Hochrisikotage zeige sich ein klares Muster: Die Wochenendtage Samstag und Sonntag seien im Durchschnitt „deutlich unfallärmer“ als Werktage.
Am Sonntag sei die Schadensfrequenz mit Abstand am geringsten. Gründe dafür seien unter anderem geringeres Verkehrsaufkommen, eingeschränkter Lkw-Verkehr und weniger Berufsverkehr.
Neben der Betrachtung einzelner Wochentage zeige die Analyse auch „klare saisonale Häufungen“, berichtet die Städtische. „Besonders auffällig“ seien mehrere hervorstechende Dezember-Termine sowie Ferien- und Sommerbeginn.
Gerade im Dezember, insbesondere in der Adventzeit, sieht die Städtische mehrere Risikofaktoren aufeinandertreffen: erhöhte Verkehrsfrequenz, Einkaufsverkehr, winterliche Fahrbahnverhältnisse und früh einsetzende Dunkelheit. Der Wildwechsel komme als weitere Ursache für höhere Unfallzahlen in den dunklen Monaten hinzu.
Der 1. Juli ist, Kopf an Kopf der 12. Dezember, der „Spitzenreiter“ – das hänge unter anderem mit dem Ferienbeginn in einigen Bundesländern und verstärktem Reiseverkehr zusammen.
Für Autofahrer, so Wendler, gelte aber unabhängig vom jeweiligen Datum: „Erhöhte Aufmerksamkeit und angepasstes Fahrverhalten sind der beste Schutz vor Unfällen.“
Auch bei der Zurich Deutschland ortet man diverse Faktoren abseits der Datumskombination, die die Unfallzahlen nach oben treiben.
Denn das Zahlenwerk zeige: Freitage gehören insgesamt zu den schadenträchtigeren Wochentagen – unter anderem wegen höheren Verkehrsaufkommens, Wochenendreisen sowie Freizeit- und Heimwerkeraktivitäten.
„Ob dieser Freitag jedoch auf den 13. eines Monats fällt oder nicht, macht dabei keinen messbaren Unterschied“, rückt der Versicherer zur Rehabilitation des vermeintlichen Unglücksbringers aus. Sonntage dagegen seien die schadensärmsten Tage der Woche, vor allem, weil weniger Menschen unterwegs sind.
„Entscheidend ist nicht das Datum, sondern umsichtiges Verhalten – und das gilt an jedem Tag“, betont Engelien.
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