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Gender-Einkommenslücke: Kleiner, aber längst nicht weg

6.3.2026 – Die „Gender-Einkommenslücke“ in Österreich schrumpft laut Allianz-Analyse: Die lebenslange Einkommenslücke ist von 31,4 Prozent beim Geburtenjahrgang 1975 auf 19,4 Prozent beim Jahrgang 2025 gesunken. Die Annäherung verlangsame sich aber spürbar, Maßnahmen seien nötig, heißt es aus der Allianz.

Cover der Analyse (Bild: Allianz)
„Closing the gender income gap: from paycheck
to pension“ (Cover; Bild: Allianz)

Allianz Research hat die Einkommensentwicklung von Frauen und Männern für die Geburtsjahrgänge 1975, 2000 und 2025 untersucht. Die Ergebnisse der internationalen Analyse, die auch Österreich umfasst, wurden nun zum Internationalen Frauentag am 8. März veröffentlicht.

„Unsere Studie betrachtet das Lebenseinkommen ganzheitlich – von Erwerbseinkommen über Spar- und Kapitalerträge bis hin zu Pensionsansprüchen“, erklärt Ludovic Subran, Chief Investment Officer und Chefvolkswirt der Allianz.

Als „zentrale Erkenntnis“ formuliert die Allianz: Frauen haben beim Lebenseinkommen in den vergangenen Jahrzehnten spürbar aufgeholt, ihr kumuliertes Einkommen über den gesamten Lebenszyklus bleibt aber deutlich unter jenem der Männer.

Und: Wenn sich aktuelle strukturelle Trends fortsetzen, dürfte sich die Annäherung künftig merklich verlangsamen.

Österreich: Fortschritte, aber Dynamik lässt nach

In Österreich hat sich die Lebenseinkommenslücke zwischen Frauen und Männern von 31,4 Prozent beim Jahrgang 1975 auf 22,4 Prozent beim Jahrgang 2000 verkleinert. Für den Jahrgang 2025 beträgt sie 19,4 Prozent.

„Das ist eine klare Verbesserung gegenüber früheren Generationen, aber die Dynamik lässt nach“, so Subran. Denn: Der verbleibende Abstand wird laut der Analyse nur noch schrittweise kleiner.

„Für den Jahrgang 2000 bedeutet das: Eine heute 26-jährige Frau wird über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg im Durchschnitt rund 1,24 Millionen Euro weniger verdienen als ein gleichaltriger Mann – nominal und unter Berücksichtigung von Erwerbseinkommen, Kapitalerträgen und Pensionseinkünften,“ erläutert Subran.

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Teilzeitbeschäftigung als Haupttreiber

Die Unterschiede im Lebenseinkommen entstünden vor allem im Erwerbseinkommen: Niedrigere Einkommen im Berufslebens begrenzen den Vermögensaufbau, mit der Konsequenz geringerer Pensionsansprüche.

Zentraler Faktor sei „die ausgeprägte Teilzeitquote“, erläutert die Allianz: In der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen arbeite die Hälfte (52 Prozent) der Frauen in Teilzeit, gegenüber 11 Prozent bei den Männern. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 50 bzw. 8 Prozent.

„Gleichzeitig nähern sich die Erwerbsquoten weiter an (74,2 Prozent bei Frauen vs. 82,1 Prozent bei Männern).“ Auch bei den Stundenlöhnen sei langfristig eine Annäherung absehbar: Frauen könnten Männer in den 2050er-Jahren sowohl in Voll- als auch Teilzeit beim Stundenverdienst überholen.

Trotzdem bleibe das durchschnittliche jährliche Arbeitseinkommen von Frauen aufgrund der höheren Teilzeitquote deutlich niedriger: „2026 verdienen Frauen in Österreich insgesamt 32,5 Prozent weniger als Männer. Sollten die strukturellen Trends unverändert bleiben, könnte die Lücke selbst im Jahr 2100 noch bei 17 Prozent liegen“, so die Allianz.

„Reformen in allen Phasen des Erwerbslebens erforderlich“

„Um die verbleibenden Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern zu schließen, sind Reformen in allen Phasen des Erwerbslebens erforderlich“, sagt Katharina Utermöhl, Head of Thematic and Policy Research bei Allianz Research.

Wichtige Maßnahmen seien unter anderem mehr bezahlbare Kinderbetreuung, der Abbau steuerlicher Nachteile für Zweitverdienende und bessere Bedingungen für Vollzeit- oder vollzeitnahe Arbeit.

Für den langfristigen Vermögensaufbau sei es außerdem wichtig, frühzeitig zu sparen und zu investieren, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, betont Utermöhl und meint: „Eine bessere Finanzbildung kann die jährliche Rendite um bis zu 1,5 Prozentpunkte erhöhen.“

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