Pandemie-Index: Wer ist besser, wer schlechter gewappnet?

30.6.2020 – Creditreform hat die „Widerstandsfähigkeit“ 28 europäischer Länder in Bezug auf Pandemien verglichen. Die Analyse sieht Österreich in Summe besser aufgestellt als die meisten anderen Staaten der Union. Am besten liegen Luxemburg, Deutschland und Dänemark. Am verletzlichsten sind laut der Studie Italien, Malta, Kroatien und Griechenland.

„Pandemic Vulnerability Index“, kurz PVI, heißt ein Index, den die Creditreform Rating AG nun anlässlich der Corona-Pandemie neu entwickelt hat.

Der Index soll die „strukturelle Pandemie-Anfälligkeit“ der 27 EU-Länder und des Vereinigten Königreichs messen und eine Aussage über die „ökonomische, gesundheitliche und gesellschaftliche Anfälligkeit“ bei einem derartigen Ausbruch treffen.

Fünf Komponenten

Der PVI fußt auf fünf Faktoren: Wirtschaftsstruktur (Außenhandelsverflechtung, Beitrag des Tourismus zum BIP usw.), Arbeitsmarkt, Gesundheitssystem, Bevölkerung (Dichte, „Alter“) und Kapazitäten für mobiles Arbeiten (Breitbandzugang, digitale Kompetenzen usw.).

Ergebnis ist für jedes Land ein Indexwert, der sich auf einer Skala im Bereich von –0,65 befinden kann. Der Wert –0,65 steht dabei für das in puncto Pandemie-Anfälligkeit widerstandsfähigste Land, der Wert von +0,65 für das verletzlichste.

Creditreform betont dabei: Das Ranking bildet nicht das aktuelle Infektionsgeschehen ab, sondern die relative Verwundbarkeit gegenüber Pandemien.

Österreich liegt im Vergleich gut

In der am Freitag veröffentlichten Untersuchung schneidet Luxemburg (–0,65 am besten ab, gefolgt von Deutschland und Dänemark (jeweils –0,57) und Schweden (–0,31).

Österreich teilt sich mit Großbritannien Platz fünf und kommt auf einen PVI von –0,30. Vor allem der Arbeitsmarkt (–0,57) und das Gesundheitssystem (–0,46) Österreichs liegen demnach im Vergleich mit den anderen 27 gut; den schwächsten Wert erreicht das Land im Bereich Wirtschaftsstruktur (–0,08).

Signifikante Abweichung nach oben und unten

In einzelnen Teilbereichen weisen einzelne Länder teils signifikante Abweichungen auf, in positiver wie in negativer Hinsicht.

So bescheinigt die Studie beispielsweise Deutschland im Vergleich mit den anderen 27 eine besonders gute Ausgangslage, den Niederlanden etwa in Sachen mobiles Arbeiten oder Irland in Bezug auf seine Bevölkerung.

Eine im Ländervergleich große Angriffsfläche haben laut der Tabelle hingegen zum Beispiel Malta hinsichtlich des Aspekts Bevölkerung, Griechenland und Italien hinsichtlich des Arbeitsmarktes oder Bulgarien und Rumänien hinsichtlich des mobilen Arbeitens.

Zum Herunterladen

Die Studie kann von der Creditreform-Website als PDF-Dokument (509 KB) heruntergeladen werden.

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