26.6.2026 – Mehr als vier Fünftel der Österreicher sehen laut einer Allianz-Umfrage Reformbedarf im Pensionssystem, weniger als die Hälfte glaubt aber, dass es zu einer entsprechenden Reform kommt. Drei von zehn Befragten wären bereit, sich in der eigenen Altersvorsorge stärker zu engagieren. Überwiegend wird bei der Vorsorge sicherheitsorientiert gedacht – und Österreich steht damit nicht alleine da.
In einer Umfrage von Allianz Research stimmen 84 Prozent sehr oder eher der Aussage zu, dass das heimische Sozial- und Pensionssystem reformiert werden muss, um seine langfristige Tragfähigkeit zu bewahren. Allerdings glauben nur 46 Prozent, dass es zu entsprechenden Reformen kommen wird.
Die Umfrage wurde unter insgesamt 8.048 Personen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Spanien und den USA durchgeführt. Die hier genannten Zahlen beziehen sich auf die 1.006 Teilnehmer aus Österreich.
Drei von zehn Befragten sind sehr oder eher zuversichtlich, dass die erste Säule ihnen in der Pension ein „angemessenes Einkommen“ verschaffen wird. Sechs von zehn Befragten teilen diese Zuversicht jedoch eher nicht oder gar nicht.
Gleichzeitig gibt nur etwas mehr als die Hälfte an, genau oder zumindest ungefähr zu wissen, mit welchem Einkommen sie aus der gesetzlichen Pensionsversicherung rechnen wird können.
Ein Fünftel erwartet, dass die gesetzliche Pension mehr als 75 Prozent des Pensionseinkommens ausmachen wird; ein Drittel erwartet, dass sie mehr als 50 Prozent, aber weniger als 75 Prozent beisteuern wird. Etwas mehr als ein Viertel sagt: Ich weiß es nicht.
Etwa die Hälfte hat nach eigenen Angaben bereits Schätzungen angestellt, wie viel Einkommen in der Pension erforderlich sein wird.
Die Teilnehmer wurden auch gefragt, wozu sie persönlich bereit wären, um die langfristige Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen sicherzustellen:
Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chefanlagestratege der Allianz SE, nennt es „bemerkenswert“, dass viele bereit seien, selbst mehr Verantwortung für die eigene Altersvorsorge zu übernehmen.
„Dies unterstreicht die Bedeutung von Reformen, die private und betriebliche Vorsorge stärken und gleichzeitig die Finanzbildung verbessern“, folgert Subran.

Andreas Csurda, Vorstandsmitglied der Allianz Pensionskasse und der Allianz Vorsorgekasse, begrüßt vor diesem Hintergrund, „dass die Bundesregierung mit der Reform der betrieblichen Altersvorsorge nun einen Schritt setzt, auf den die Branche jahrelang gewartet hat“.
Die Bundesregierung hatte im April ein Maßnahmenpaket für die zweite Säule vorgestellt, das unter anderem den „Generalpensionskassenvertrag“ und die Schaffung einer „Vorsorge-Veranlagungsgemeinschaft“ in der Vorsorgekasse vorsieht (VJ 23.4.2026).
„Auch wenn aus unserer Sicht noch mehr möglich gewesen wäre, beispielsweise durch eine automatische Einbeziehung aller Beschäftigten mit der Möglichkeit zum Opting-Out“, so bringe die Novelle damit dennoch „wesentliche Fortschritte“, sagt Csurda.
„Unsere Aufgabe ist es nun, die Menschen dabei zu unterstützen, diese neuen Möglichkeiten auch zu nutzen, damit kapitalgedeckte Vorsorge zur Selbstverständlichkeit wird“, so Csurda weiter.
Welche Anlageeigenschaften den Österreichern wichtig sind, wenn kapitalgedeckt fürs Alter angespart wird, war ebenfalls Thema der Umfrage.
Ein Drittel sagt: Das Investment muss ein stabiles Pensionseinkommen generieren. Ebenfalls ein Drittel würde beim Anlegen ein geringes Risiko eingehen. Für etwas mehr als ein Zehntel darf die Anlage gerne eine solche mit „hohem Renditepotenzial“ sein.
Zwei Drittel setzen demnach eher auf Sicherheit – und Österreich steht damit nicht alleine da: Der Großteil der anderen Länder weist kaum geringere Anteile an „Sicherheitsorientierten“ auf; selbst in den tendenziell risikoaffineren USA stuft sich etwas mehr als die Hälfte so ein.
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