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Wie sicher sich Österreich fühlt

8.11.2019 – Rund ein Zehntel äußert in einer Umfrage der Statistik Austria ein „physisches Unsicherheitsempfinden“. Geht es rein um Eigentumsdelikte, ist die Betroffenheit den Ergebnissen zufolge deutlich höher: Fast die Hälfte gibt an, in den letzten fünf Jahren von einem Eigentumsdelikt betroffen gewesen zu sein.

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Die Statistik Austria hat am Donnerstag den Bericht „Wie geht ’s Österreich?“ veröffentlicht. Darin befasst sie sich mit einer breiten Themenpalette, darunter Sicherheit. Eine Befragung zu diesem Kapitel wurde im April und Mai 2019 unter Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren durchgeführt.

Vorweg: Der Begriff „physische Unsicherheit“ bezieht sich laut Statistik Austria definitionsgemäß auf sämtliche externen Faktoren, die die physische Integrität einer Person gefährden. Die Fragestellung lautete: „Haben Sie in Ihrer Wohngegend Probleme mit Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus?“

9,7 Prozent bejahten diese Frage, was abermals einen Rückgang darstellt, gegenüber 2017 belief er sich auf 1,2 Punkte. Österreich liegt damit etwas unter dem EU-Schnitt (11,9 Prozent). „Auch wenn dies kurzfristig betrachtet keine signifikante Veränderung darstellt, ist der Trend seit 2014 eindeutig abnehmend“, heißte es in dem Bericht.

Eine Betrachtung nach Haushaltseinkommen zeige, dass sich Personen im obersten Einkommensfünftel „tendenziell eher unsicherer“ fühlen, der Anteil liegt hier bei 11 Prozent. Im untersten Einkommensfünftel äußern dagegen nur 8 Prozent physisches Unsicherheitsempfinden.

Kriminalitätsfurcht-Paradoxon

Allerdings sei „nicht unbedingt davon auszugehen“, dass sich die Haushalte des obersten Fünftels tatsächlich in höherem Maße in belasteten Wohngegenden befinden, sondern dass sich die Einschätzung und Wahrnehmung der Wohnumgebung unterscheidet.

„Das Kriminalitätsfurcht-Paradoxon beschreibt, dass sich Personen eher vor Kriminalität fürchten, wenn sie selbst seltener von Kriminalität betroffen sind“, erklärt der Bericht. Die Furcht vor Kriminalität hänge also nicht mit der tatsächlichen Kriminalitätsbelastung zusammen.

Die im Bericht wiedergegebene Expertenmeinung zum Unsicherheitsempfinden insgesamt: „Die längerfristige Entwicklung seit 2004 zeigt im Trend nur wenig Veränderung und wird daher neutral bewertet. Da seit 2016 ein deutlicher Rückgang festzustellen ist, wird die kurzfristige Veränderung als sehr positiv bewertet.“

Eigentumsdelikte: 43,6 Prozent in den letzten fünf Jahren betroffen

Ein eigenes Kapitel behandelt Eigentumsdelikte. Demnach wurden in den letzten fünf Jahren 43,6 Prozent zumindest einmal Opfer von Betrug oder Diebstahl.

Die Art des Diebstahls wurde nicht näher beleuchtet und könne daher „den Fahrraddiebstahl aus dem Keller ebenso umfassen wie einen Raubüberfall in der eigenen Wohnung“.

Dunkelziffern

Gefragt wurde auch, ob, falls es mehrere Vorfälle gab, der jeweils letzte bei der Polizei gemeldet wurde. Den Antworten zufolge wäre fast die Hälfte aller Vorfälle gar nicht gemeldet worden, berichten die Statistiker; es könne allerdings sein, dass ein früherer Vorfall gemeldet wurde.

„Insbesondere Delikte wie Betrug beim Kauf von Gütern oder Dienstleistungen dürften nur selten gemeldet werden“, so die Statistik Austria. Die Zahl jener, die sich um ihr Recht betrogen gefühlt haben (35,4 Prozent) sei etwa doppelt so hoch wie die Zahl jener, die dies gemeldet haben (16,3 Prozent).

Selbst bei Einbruchdiebstahl sei von einer Dunkelziffer auszugehen. So sagten 10,4 Prozent, sie hätten zumindest einmal in den letzten fünf Jahren einen solchen erlebt. Von etwa drei Vierteln der Betroffenen sei der jeweils letzte solche Vorfall angezeigt worden.

Bei Betrugsfällen in Zusammenhang mit Bankdaten sei davon auszugehen, dass nahezu alle Fälle bekannt werden. Insgesamt seien rund 5,4 Prozent von Betrug oder Diebstahl mittels Bankdaten betroffen gewesen.

Zum Herunterladen

Der Bericht „Wie geht ’s Österreich?“ kann von einer eigenen Webseite der Statistik Austria als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

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