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HDI: Firmengeschäft bleibt schwierig

8.4.2021 – Die HDI Versicherung hat im Vorjahr einen leichten Prämienrückgang hinnehmen müssen. Deutlich höhere Aufwendungen für Versicherungsfälle führten zur Verschlechterung der Combined Ratio und zu einem niedrigeren Gewinn. Auch heuer werden schwierige Verhältnisse erwartet, Ziel sei es, weiterhin technische und nichttechnische Gewinne auszuweisen.

Geschäftsbericht 2020 der HDI Versicherung AG (Cover: HDI)
Geschäftsbericht 2020 der
HDI Versicherung AG
(Cover: HDI)

Trotz aller globalen Entwicklungen sei 2020 ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die HDI Versicherung AG gewesen, schreiben Vorstandsvorsitzender Günther Weiß und Vorstand Thomas Lackner im Vorwort zum gestern präsentierten Geschäftsbericht.

Die durch die Covid-19-Pandemie bedingten herausfordernden Entwicklungen habe man „sehr gut“ bewältigen können. Die stabile Lage der Gesellschaft sei von der Ratingagentur S&P mit einem A-Rating bestätigt worden.

Das Jahr sei „im Zeichen der Weiterentwicklung im Bereich Digitalisierung“ gestanden, so HDI. Die Implementierung und Einbindung von „Robotic Process Automation“ habe zusätzliche Effizienz gebracht.

Leichter Prämienrückgang

Die verrechneten Prämien in Österreich, einschließlich der Zweigniederlassungen in Tschechien, Ungarn und der Slowakei, sind im Vorjahr um 1,0 Prozent auf 207,1 Millionen Euro gesunken; das abgegrenzte Prämienvolumen reduzierte sich um 1,1 Prozent auf 205,8 Millionen Euro.

Negativ auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt habe sich der Rückgang der Neuzulassungen in der Kfz-Sparte, so HDI. Im Kfz-Privatbereich sei aber gegenüber dem Jahr davor eine Prämiensteigerung erzielt worden.

In der Industrieversicherung habe man aufgrund der pandemiebedingten Wirtschaftslage Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Wegen der wirtschaftlich stark beeinträchtigten Situation der Kunden wurde für umsatzabhängige Verträge eine Rückstellung für Prämienanpassungen in Höhe von 4,4 Millionen Euro gebildet.

Höhere Aufwendungen für Versicherungsfälle

Die Aufwendungen für Versicherungsfälle sind in der Gesamtrechnung um 9,0 Prozent auf 115,3 Millionen Euro gestiegen. Die Schadenquote im Gesamtgeschäft hat sich auf Basis der abgegrenzten Prämien von 50,8 Prozent im Jahr 2019 auf 56,0 Prozent verschlechtert.

Um rund 130 Prozent auf 22,9 Millionen Euro gestiegen sind die Aufwendungen für Versicherungsfälle in der Haftpflichtversicherung. Pandemiebedingt gestiegen sei auch das Schadenaufkommen in der Sparte Rechtsschutz, während in der Industrieversicherung die Schadenentwicklung stabil gewesen sei.

In der Kfz-Haftpflichtversicherung sei es aufgrund des massiven Rückgangs der Mobilität während der coronabedingten Lockdowns zu einem Rückgang der Schadenhäufigkeit gekommen. Ebenso hätten sich geringere Hagelschläge und der milde Winter positiv auf die Kfz-Schadenquoten ausgewirkt.

Die positiven pandemiebedingten Entwicklungen bei den Schadensätzen in der Kfz-Sparte seien aber nur als kurzfristiger Effekt zu werten, heißt es in einer Presseaussendung. Es wird erwartet, dass Reparaturkosten und Ersatzteilpreise mittelfristig weiter deutlich steigen werden.

Ergebnis niedriger

Die deutlich gestiegene Schadenquote hat zur Verschlechterung der Combined Ratio (brutto) um 5,6 Prozentpunkte auf 80,4 Prozent geführt; die Kostenquote blieb mit 12,7 Prozent konstant, die Provisionsquote erhöhte sich leicht von 11,3 auf 11,7 Prozent.

Geringere Zinserlöse aufgrund der niedrigen Zinslage hätten zum Rückgang des Kapitalanlageergebnisses geführt. Nahezu konstant geblieben sind die Kapitalanlagen; nach dem massiven Einbruch der Kurse im März hätten sich diese im Jahresverlauf fast zur Gänze erholt.

Die gestiegene Combined Ratio und das gesunkene Kapitalanlageergebnis seien schließlich der Grund dafür gewesen, dass der Gewinn im Vorjahr um rund 15,7 Prozent auf 10,1 Millionen Euro zurückging.

Ausblick

Nach den Umsatzrückgängen im Firmengeschäft im Vorjahr rechnet HDI heuer mit einer „ähnlich schwierigen Situation und möglichen weiteren Umsatzrückgängen“. Im Kfz-Bereich sei aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Krise von geringeren Zulassungen auszugehen.

Unter anderem aufgrund der Investitionen in die IT-Sicherheit und der Anschaffung von technischem Equipment für Mitarbeiter im Homeoffice werden höhere Kosten erwartet. Dennoch wird im versicherungstechnischen Bereich mit einem stabilen Ergebnis gerechnet.

Im Bereich der Kapitalanlage sei eine weitere Reduktion des durchschnittlichen Zinskupons zu erwarten; HDI zeigt sich aber zuversichtlich, auch 2021 ein gutes Finanzergebnis zu erreichen. Angestrebt wird, weiterhin technische wie nichttechnische Gewinne auszuweisen.

HDI Versicherung AG, ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

2020

2019

Verrechnete Bruttoprämien (Gesamtrechnung)
– davon Österreich
– davon Tschechien
– davon Slowakei
– davon Ungarn

207.112

85,3 %
7,8 %
3,4 %
3,6 %

209.149

85,8 %
7,2 %
3,7 %
3,3 %

Versicherungstechnisches Ergebnis

7.515

8.258

Kapitalanlageergebnis

3.287

4.003

Kapitalanlagen gesamt

288.272

288.661

Operatives Ergebnis (EGT)

10.802

12.261

Jahresüberschuss
(nach Steuern vom Einkommen)

10.093

11.968

Combined Ratio brutto

Combined Ratio netto

80,4 %

89,8 %

74,8 %

85,3 %

Mitarbeiter

319

316

Zum Herunterladen

Der Geschäftsbericht 2020 kann als PDF-Dokument (12,8 MB) von der Website der HDI heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Digitalisierung · Geschäftsbericht  · Haftpflichtversicherung · Mitarbeiter · Provision · Rating · Rechtsschutz · Steuern
 
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