5.3.2025 – Österreichs Versicherer haben ihr Prämienvolumen im Inlandsgeschäft nach vorläufigen Angaben des VVO im letzten Jahr um 5,3 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro steigern können. Schaden/Unfall- und Krankenversicherung wuchsen deutlich, die Lebensversicherung drehte nach zwei Jahren Minus wieder in ein leichtes Plus.
Der Versicherungsverband (VVO) hat am Dienstag die ersten, vorläufigen Zahlen für den Verlauf des inländischen Geschäfts der heimischen Versicherer 2024 veröffentlicht.
Insgesamt wuchsen die Prämieneinnahmen demnach um 5,3 Prozent auf rund 21,4 Milliarden Euro. Die Zunahme lag somit über der Inflation von 2,9 Prozent laut Verbraucherpreisindex (VPI).
Das Prämienvolumen in der größten Sparte, Schaden/Unfall, wuchs auf 13,1 Milliarden Euro (+5,7 Prozent; 2023: +8,4 Prozent). Das Kfz-Haftpflicht-Geschäft ist hier inkludiert.
Die Leistungen erhöhten sich noch deutlich stärker, und zwar um 13,2 Prozent (2023: +6,6 Prozent) auf rund 9,0 Milliarden Euro. Sie seien damit auch 2024 „auf hohem Niveau“ gelegen, stellt der VVO fest.
„Das Jahr 2024 war erneut von extremen Wetterereignissen geprägt“, sagt VVO-Präsident Gregor Pilgram. „Erste Schätzungen zeigen, dass die Schäden in Österreich im vergangenen Jahr über 1,6 Milliarden Euro betragen haben.“
In den letzten Jahren hatten Naturkatastrophen Österreichs Versicherer im Schnitt über eine Milliarde Euro gekostet. Nach der Hochwasserkatastrophe vom September 2024 waren deren Folgen vom VVO auf 600 bis 700 Millionen Euro geschätzt worden (VersicherungsJournal 23.9.2024, 13.11.2024).
Die Lebensversicherung verzeichnete nach zwei Jahren des Rückgangs (2022: –1,1 Prozent, 2023: –4,5 Prozent) im letzten Jahr ein leichtes Plus in Höhe von 1,3 Prozent. Das bedeutet ein Prämienvolumen von rund 5,2 Milliarden Euro. Das letzte Plus hatte es 2021 gegeben (+0,6 Prozent).
Zurückzuführen ist der Zuwachs 2024 auf die Einmalerläge: Nach einem Rückgang um 28,0 Prozent auf 532 Millionen Euro (2023) legten sie um 21,3 Prozent auf 0,6 Milliarden Euro zu. Die Summe der laufenden Prämien sank hingegen um 1,0 Prozent (2023: –0,7 Prozent) auf 4,6 Milliarden Euro.
An die Kunden ausgezahlt – Zuführungen zu Rückstellungen für künftige Leistungen bzw. Gewinnbeteiligungen sind hier nicht erfasst – wurden letztes Jahr rund 6,9 Milliarden Euro; im Jahresvergleich ein Rückgang um 5,1 Prozent.
„Tragfähige Lösungen für die Sicherung des Wohlstands und der Kaufkraft im Alter sind nun wichtiger denn je“, kommentiert VVO-Generalsekretär Christian Eltner. „Wir appellieren an die zukünftige Regierung, diese Voraussetzung zu schaffen.“
Das Prämienvolumen in der kleinsten Sparte, der Krankenversicherung, wuchs um 10,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.
Damit wurden die Steigerungen der Vorjahre und auch jenes von 2023 nochmals deutlich übertroffen. 2020 belief sich die Zunahme auf 3,9 Prozent, 2021 auf 3,7 Prozent, 2022 auf 4,1 Prozent und 2023 auf 8,6 Prozent.
An Leistungen wurden in der Krankenversicherung 2024 rund 2,7 Milliarden Euro wurden ausgezahlt – mit 11,4 Prozent bedeutet auch das eine größere Steigerung als in den letzten Jahren (2020: +6,8; 2021: +1,6; 2022: +5,5; 2023: +8,1 Prozent).
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