23.9.2026 – Wefox wolle einen Gegenpol zu den klassischen Konsolidierern der Branche bilden und Maklern ihre Selbstständigkeit erhalten, sagt Florian Weikl. Zentrales Element ist die Plattform, die selbst weiterentwickelt wird und den hybriden Vertriebsansatz festigt, ergänzt Stephan Ehrenfeldner.

Seit einigen Monaten ist die neue Geschäftsführung der Wefox Austria GmbH im Amt: Country Head ist Florian Weikl (VJ 29.1.2026), während Stephan Ehrenfeldner bereits seit August des Vorjahres als Managing Director im Unternehmen tätig ist (VJ 14.8.2025).
Im Gespräch mit dem VersicherungsJournal gehen die beiden Manager auf ihre Strategie und Ziele für das Unternehmen und die Rolle, die Wefox bei der Konsolidierung der Maklerbranche in Österreich einnimmt, ein.
Die Branche befinde sich in Transformation, sagt Weikl; seine Motivation, zu Wefox zu wechseln, sei es gewesen, die nächsten Schritte aktiv mitzugestalten. Und Ehrenfeldner will das Geschäftsmodell in einem Markt, in dem gerade viel passiert, weiterentwickeln und Mehrwert für Makler bieten.
Für den einzelnen Makler werde das Umfeld zunehmend schwieriger, betont Ehrenfeldner. Angesichts regulatorischer Anforderungen, steigender Aufwände und eines Technologiestaus, den der Einzelne nicht lösen könne, müsse ein Makler überlegen, welchen Weg er geht.
Bei klassischen Konsolidierern, die Makler kaufen, erfolge damit ein Eigentümerwechsel, der Makler werde zum Geschäftsführer. Anders bei Gruppierungen wie Wefox: Der Makler bleibe Unternehmer sowie Vertragspartner der Versicherer und behalte Kunden, Bestand, Daten und Provisionen.
Damit sei Wefox mit seinem technologischen Ökosystem Gegenpol zur „Buy-and-Build-Strategie“ der Konsolidierer, so Weikl; man befinde sich mit den Maklerpartnern auf Augenhöhe. Dabei gehe es auch um kulturelle Fragen, wie flache Hierarchien und gelebte Partnerschaft.
Besonders für Jungmakler sei dies wichtig. Wefox biete eine „Plug-and-Play-Lösung“, bei der der Makler alles vorfinde, „was er am ersten Tag zum Aufsperren braucht“. Das werde auch honoriert: Wefox habe bei Jungmaklern einen Marktanteil von 25 Prozent, sagt Ehrenfeldner.
Der Fokus von Wefox Austria liege auf der Profitabilität, betont Weikl. Mit inzwischen 300 Maklerpartnern und 530 Millionen Euro Prämie stehe für Wefox nun nicht mehr die reine Erhöhung der Mitgliederzahl im Vordergrund.
Ziele seien ein gesundes, qualitatives Wachstum sowie ein professionelles Management und die Optimierung des Bestands. Dabei beruhe die Partnerschaft mit den Maklern auf drei Säulen: der Plattform, der Ertragskraft und einer „Best-in-Class-Produktvereinbarung“, so Ehrenfeldner.
Nun gehe es darum, die Plattform – auch in Richtung künstlicher Intelligenz – weiterzuentwickeln. Eine Plattform, die von Maklern für Makler entwickelt wurde und bei der der Makler die Kontrolle über den eigenen Bestand behalte, wie Weikl betont.
Wefox Austria stehe auf einer soliden finanziellen Basis und investiere jedes Jahr einen siebenstelligen Betrag in die Plattform. Damit werde der hybride Vertriebsansatz – die Verbindung persönlicher Beratung mit moderner technologischer Unterstützung – ausgebaut und gefestigt.
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