13.3.2026 – Der Wertpapierbesitz wächst weiter: 31 Prozent der Österreicher investieren bereits in Aktien, Fonds oder Anleihen. Wertpapierinvestments verankern sich zunehmend in der breiten Mitte der Gesellschaft – getrieben auch vom Vorsorgegedanken.

Immer mehr Österreicher setzen auf Wertpapiere. Laut dem aktuellen Aktienbarometer 2026 besitzt inzwischen rund ein Drittel der Bevölkerung Wertpapiere in Form von Fonds oder ETFs, Aktien oder Anleihen. Damit steigt der Anteil der Anleger bereits das vierte Jahr in Folge.
Die Industriellenvereinigung (IV), das Aktienforum und die Wiener Börse, die die Studie gemeinsam in Auftrag gegeben haben, sehen dies als Signal, dass Wertpapiere zunehmend in der breiten Mitte der Gesellschaft angekommen sind.
Die jährlich von Meinungsforscher Peter Hajek durchgeführte Untersuchung misst regelmäßig, wie stark Wertpapierinvestments in der Bevölkerung verbreitet sind und welche Motive dahinterstehen.
Die aktuelle Erhebung basiert auf einer Telefon- und Onlinebefragung von 2.002 Personen ab 16 Jahren im Zeitraum von 2. bis 25. Jänner. Die maximale statistische Schwankungsbreite liegt bei +/-2,2 Prozent.
Eine zentrale Aussage der Studie: Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung. Für 62 Prozent der Aktienbesitzer ist die Pensionsvorsorge mittlerweile ein wichtiges Investmentmotiv.
Gleichzeitig nennen 81 Prozent den langfristigen Vermögensaufbau als Hauptgrund für ihre Geldanlage.
Hintergrund ist laut der Umfrage ein wachsendes Misstrauen gegenüber der langfristigen Stabilität der gesetzlichen Pension. Mehr als die Hälfte der Befragten zweifelt daran, dass diese allein im Alter ausreichen wird. Vor allem jüngere Altersgruppen setzen daher verstärkt auf zusätzliche private Vorsorge.
IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sieht darin eine klare Entwicklung: Trotz eines volatilen Börsenjahres 2025 sei das Vertrauen in die Kapitalmärkte gestiegen. Digitalisierung, neue Anlageformen wie ETFs und einfachere Zugangsmöglichkeiten hätten Wertpapierinvestments für viele Menschen attraktiver gemacht.
Insgesamt besitzen laut Aktienbarometer rund 31 Prozent der österreichischen Bevölkerung Wertpapiere – das entspricht etwa 2,4 Millionen Menschen.
Besonders verbreitet sind Investmentfonds und ETFs mit rund 24 Prozent, gefolgt von Aktien mit 18 Prozent. Anleihen spielen mit rund 11 Prozent eine kleinere, aber ebenfalls wachsende Rolle.
Neben den aktuellen Anlegern sehen die Initiatoren ein beträchtliches Potenzial: Rund 19 Prozent der Bevölkerung können sich grundsätzlich vorstellen, künftig in Wertpapiere zu investieren.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass fehlendes Finanzwissen für viele weiterhin eine wichtige Hürde darstellt. Viele Befragte schätzen ihr Wissen über Wertpapiermärkte als eher gering oder mittelmäßig ein.
Für die Initiatoren der Studie ist der Kapitalmarkt nicht nur für private Anleger relevant. Er spielt auch eine wichtige Rolle für Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Unternehmen benötigen Eigenkapital, um neue Technologien, Geschäftsmodelle und Transformation zu finanzieren.
Der Wiener-Börse-CEO Christoph Boschan betonte bei der Präsentation der Studie, dass ein modernes Vorsorgesystem sowohl den Menschen als auch der Wirtschaft zugutekomme. Kapitalmarktbasierte Vorsorge bringe Rendite für Anleger, Kapital für Unternehmen und entlaste gleichzeitig den Staat.
Gleichzeitig sehen die Studieninitiatoren in Österreich weiterhin erhebliches Aufholpotenzial. Während in Ländern wie Schweden oder Dänemark kapitalmarktbasierte Vorsorgemodelle längst etabliert seien, spiele diese Form der Vorsorge hierzulande noch eine vergleichsweise geringe Rolle.
Ein Blick auf die Spargewohnheiten zeigt, welches Potenzial noch vorhanden wäre: Rund 340 Milliarden Euro liegen laut Wiener Börse derzeit als Bargeld oder unverzinst auf Sparkonten. Geld, das aus Sicht der Kapitalmarktexperten produktiver eingesetzt werden könnte.
Klaus Schweinegger
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