30.9.2026 – Das globale Geldvermögen ist 2025 um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro angewachsen, berichtet die Allianz. Für 2026 erwartet sie ein Plus von rund 9 Prozent. Österreich wuchs das Geldvermögen um 5,0 auf 968,6 Milliarden Euro, abzüglich Inflation immerhin noch um 1,4 Prozent; mehr als die Hälfte der Neuanlagen fließe in Wertpapiere.

Das Geldvermögen privater Haushalte ist 2025 gegenüber 2024 weltweit um 8,6 Prozent auf einen Rekordwert von 268,4 Billionen Euro gestiegen.
Der größte Beitrag zum weltweiten Anstieg sei von den Kapitalmärkten gekommen: Rund vier von fünf Euro des Vermögenszuwachses stammen aus Wertsteigerungen. Die Neuanlagen gingen indes um 5,4 Prozent auf 4,1 Billionen Euro zurück.
Dies geht aus dem 17. „Global Wealth Report“ der Allianz hervor. Ihm liegen Daten, teils Schätzungen, aus 57 Ländern zugrunde, die laut Allianz zusammen für 91 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und 72 Prozent der Weltbevölkerung stehen.
Wertpapiere legten laut Allianz global um 12,4 Prozent zu und damit stärker als Bankeinlagen (+5,7 Prozent) sowie Versicherungen und Altersvorsorge (+5,0 Prozent). Ihr Anteil am globalen Geldvermögen sei auf den Rekordwert von 46,9 Prozent gestiegen.
„Besonders profitierten nordamerikanische Haushalte, deren Portfolios zu 60,7 Prozent aus Wertpapieren bestehen; auf die Region entfielen 51,4 Prozent des weltweiten Zuwachses“, berichtet der Konzern.
„Über die vergangenen zehn Jahre gingen dort 71 Prozent des Vermögenswachstums auf Wertsteigerungen zurück, in Westeuropa nur 36 Prozent.“
Nominale Höchstwerte sind das eine, die reale Entwicklung das andere – und sie präsentiert sich nicht im selben Ausmaß rekordverdächtig.
„Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, real, also bereinigt um die Inflation, jedoch nur um 23 Prozent“, stellt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz, klar. Die Kaufkraft liegt laut Bericht lediglich um 5 Prozent über jener von 2021.
„In Westeuropa ist die Entwicklung noch schwächer: Dort liegt das reale Geldvermögen lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. In Nordamerika sind es 21 Prozent, in China 70 Prozent“, ergänzt Subran.
Und Österreich? Hier wuchs das Brutto-Geldvermögen der Haushalte laut Allianz-Daten 2025 um 5,0 Prozent auf 968,6 Milliarden Euro und damit stärker als der westeuropäische Durchschnitt (+4,5 Prozent).
Den kräftigsten Zuwachs habe es bei Wertpapieren mit +8,0 Prozent gegeben, gefolgt von Bankeinlagen (+3,1 Prozent) sowie Versicherungen und Pensionen (+1,5 Prozent).
Der Wertpapieranteil am Portfolio habe mit 46,2 Prozent einen Rekordwert erreicht und sei deutlich über dem westeuropäischen Schnitt von 36,8 Prozent gelegen. Der Anteil der Bankeinlagen sei demgegenüber auf einen historischen Tiefpunkt von 37,3 Prozent gefallen.
„Das Allzeithoch an Wertpapieren zeigt, dass die Menschen in Österreich renditeorientierter anlegen“, sagt Daniel Matic, CEO der Allianz Österreich. „Das ist ein positives Signal für den langfristigen Vermögensaufbau. Jetzt gilt es, diesen Schwung auch in die private Altersvorsorge zu tragen, denn Versicherungen und Pensionen wachsen nach wie vor nur verhalten.“
Die Summe der Neuanlagen in Österreich wird mit 27,8 Milliarden Euro beziffert. Davon seien 53,0 Prozent in Wertpapiere geflossen, 41,3 Prozent in Bankeinlagen und 5,1 Prozent in Versicherungen und Pensionen.
„Die Wertpapierkäufe erreichten mit 14,8 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert: 7,6 Milliarden Euro entfielen auf Investmentfonds, 5,8 Milliarden Euro auf sonstige Wertpapiere und 1,4 Milliarden Euro auf Aktien“, schlüsselt die Allianz auf. 2024 hatten österreichische Haushalte „unterm Strich noch mehr Aktien verkauft als gekauft“.

„Etwas verhaltener“ falle die Bilanz bei Berücksichtigung der Teuerung aus. Inflationsbereinigt wuchs das Geldvermögen in Österreich demnach um +1,4 Prozent.
Seit 2019 sei die Kaufkraft um lediglich 1,7 Prozent gewachsen – etwas mehr als die bereits erwähnten +0,5 Prozent im westeuropäischen Schnitt, „aber weit weniger als im globalen Durchschnitt (+23 Prozent)“.
Gegenüber dem Höchststand von 2021 liege sie noch immer 8,1 Prozent niedriger. „Der Inflationsschock ist nicht überwunden“, stellt die Allianz fest.
„Solide“ habe sich hingegen die Schuldenseite der privaten Haushalte entwickelt. Die Verbindlichkeiten nahmen um nur 0,9 Prozent auf 218,9 Milliarden Euro zu; bei Hypothekendarlehen zeigte sich sogar ein Rückgang um 0,6 Prozent.
Das Netto-Geldvermögen stieg dadurch um 6,3 Prozent auf 749,7 Milliarden Euro, die Verschuldungsquote fiel von 23,5 auf 22,6 Prozent. Mit 82.260 Euro pro Kopf belegt Österreich im Ranking der 57 Länder unverändert Rang 16.
Für 2026 erwartet Allianz Research ein weltweites Wachstum des Geldvermögens um rund 9 Prozent. Mittelfristig trüben schwächeres Wirtschaftswachstum, anhaltender Inflationsdruck, geopolitische Fragmentierung und hohe Staatsschulden die Renditeaussichten, fügt der Versicherer hinzu.
Künstliche Intelligenz werde damit „zum entscheidenden Faktor“: Höhere Produktivität und steigende Unternehmensgewinne könnten die Kapitalmarktrenditen stützen, erläutert die Allianz. Zugleich mache die wachsende Abhängigkeit von KI-getriebenen Märkten Haushaltsvermögen verwundbarer.
„KI könnte zum nächsten großen Motor der Vermögensbildung werden. Doch entscheidend ist, wer die Vermögenswerte besitzt – und damit an den Erträgen teilhat“, sagt Katharina Utermöhl, Head of Thematic & Policy Research bei Allianz Research.
Und weiter: „Wenn sich die Wertschöpfung durch KI stärker in Richtung Kapital verschiebt, werden eine breitere Beteiligung an Kapitalerträgen und Maßnahmen zur Unterstützung der Beschäftigten beim Wandel entscheidend sein, damit möglichst viele Menschen von der KI-Dividende profitieren.“
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.
Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.
Ihre Vorteile




