13.5.2026 – Im Schnitt sind Neuabschlüsse gegenüber 2025 um 6,1 Prozent teurer geworden, heißt es in einer neuen Analyse von krankenversichern.at. Besonders betroffen seien 19- bis 25-jährige Kunden und die Altersgruppe 45 plus. Und: Ausgerechnet in der Kategorie der „Basis“-Tarife sei die Teuerung hoch.

„Die anhaltende Kostenwelle im Gesundheitssektor verändert die Spielregeln für den Einstieg in die Privatmedizin“, stellt der oberösterreichische Versicherungsmakler Avers (krankenversichern.at) fest.
Das Unternehmen hat die Preise für Neuabschlüsse in der privaten Krankenversicherung anhand unterschiedlichster Tarifkonstellationen für 0- bis 60-Jährige untersucht. Dafür habe man die acht größten Anbieter berücksichtigt.
Die Werte von 2026 wurden schließlich mit jenen von 2025 verglichen. Der durchschnittliche Prämienanstieg für Neuabschlüsse über alle Altersklassen hinweg beträgt der Analyse zufolge 6,1 Prozent.
In der mittleren Erwerbsgruppe (26 bis 45 Jahre) seien Neuabschlüsse um durchschnittlich 6,1 Prozent teurer geworden, teilte Avers am Dienstag weiter mit.
Am stärksten treffe die Teuerung die „Ränder“ der berufstätigen Generationen. Mit jeweils +6,7 Prozent sei sie bei jungen Erwachsenen (19 bis 25 Jahre) und bei Personen über 45 Jahren besonders hoch.
Grund für diese „doppelten Spitzenwerte“ seien zwei „gegenläufige Dynamiken“, so Avers: „Bei Neueinsteigern ab 45 Jahren schlägt ein ‚Risiko-Schock‘ durch, da Versicherer die gestiegenen Kosten für moderne High-Tech-Medizin bei einem späten Abschluss sofort einkalkulieren.“
Bei den 19- bis 25-Jährigen hingegen greife der „Projektionshebel“, führt Avers aus: „Da junge Menschen über viele Jahrzehnte im System bleiben, wirken sich Anpassungen bei den erwarteten künftigen Gesundheitskosten aufgrund der langen Vertragslaufzeit überproportional stark auf die heutige Einstiegsprämie aus.“
„Trotz dieser Teuerungsspitzen ist der Verzicht auf Vorsorge am Ende oft teurer“, meint Sebastian Arthofer, COO und Mitgründer von krankenversichern.at.
„Wer heute im öffentlichen System bis zu 63 Tage auf einen Facharzttermin wartet (VJ 22.1.2026) oder im Akutfall bis zu 268 Euro beim Privatarzt aus der eigenen Tasche zahlt (VJ 11.2.2026), weiß: Schnelle Medizin ist längst kein Luxus mehr, sondern pure Notwendigkeit“, ergänzt Arthofer.

Differenziert wurde in der Analyse auch nach Tarifstufen, und zwar mit den Kategorien „Basis“ (reiner Wahlarzt-Schutz), „Comfort“ und Premium“.
Ergebnis: Ausgerechnet die Einstiegstarife (also „Basis“) seien mit einem Plus von bis zu 6,9 Prozent „am heftigsten“ von der Teuerung betroffen.
„Die stark gestiegene Inanspruchnahme von Wahlärzten (Frequenz) und parallel angehobene Privathonorare schlagen in diesem reinen Ambulant-Tarif bei Neuabschlüssen ungefiltert voll durch“, kommentiert Avers.
Die „Comfort“-Kategorie – verstanden als Kombination aus Wahlarzt-Schutz, Sonderklasse nach Unfall und einer Option auf spätere Erweiterung – stelle sich mit +5,6 Prozent „deutlich preisstabiler“ dar.
„Preisstabile Bausteine wie die Unfall-Deckung balancieren die Inflation des Wahlarzt-Moduls aus“, erklärt Avers. Die Comfort-Vorsorge biete damit ein „deutlich breiteres Sicherheitsnetz“ bei gleichzeitiger Teuerungsdämpfung, sagt COO Sebastian Arthofer.
Selbst „Premium-Vollschutz-Tarife“ lägen mit +5,7 Prozent noch unter dem Anstieg der Basis-Varianten. Dass der Anstieg hier vergleichsweise moderat ausfällt, sieht Avers in hohen finanziellen Reserven der Versicherer begründet. In absoluten Zahlen sei das finanzielle Einstiegsniveau hier jedoch „ohnehin am höchsten“.
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