9.4.2026 – Dank starker Finanzmärkte erzielten fondsgebundene Produkte und ähnliche Hybride mit niedrigem und mittlerem Anlagerisiko 2024 durchschnittlich 7,5 Prozent Nettorendite, jene mit höherem Risiko sogar 16,9 Prozent. Das geht aus einer Eiopa-Analyse von Produkten aus 26 EWR-Ländern hervor. Für Österreich betragen die entsprechenden Werte 6,8 bzw. 19,4 Prozent.
Die EU-Versicherungsaufsicht Eiopa hat ihren Jahresbericht über Kosten und Wertentwicklung von Kleinanlegerprodukten im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) veröffentlicht.
Die untersuchte Stichprobe umfasst 5.906 Produkte von 175 Anbietern aus 26 der 30 EWR-Staaten – Dänemark, Island, die Niederlande und Zypern sind nicht erfasst. Sie steht für mehr als 60 Prozent des Prämienvolumens aus fondsgebundenen Versicherungen und solchen mit Gewinnbeteiligung.
Der Bericht deckt den Zeitraum von 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2024 ab. In die Stichprobe wurden nur Produkte aufgenommen, die zum Jahresende 2024 noch erhältlich waren.
Die Ergebnisse zeigen laut Eiopa, dass Verbraucher weiterhin Finanzprodukte im „unteren“ Risikobereich (niedriges bis mittleres Risiko) bevorzugen, also solche mit einem Gesamt-Risikoindikator von 3 oder weniger auf der siebenstufigen Skala.
Dominanter Vertriebskanal waren Banken, die 70 Prozent aller Prämien einnahmen. Auf den Onlinevertrieb entfielen lediglich 2,4 Prozent.
Der Wertentwicklung der fondsgebundenen – einschließlich ihnen ähnlicher hybrider – Produkte kam „die starke Performance der Finanzmärkte“ zugute, stellt die Eiopa fest.
2024 seien die Nettorenditen für die Verbraucher mit Produkten niedrigen und mittleren Risikos mit – nach Prämienvolumen gewichtet – durchschnittlich 7,5 Prozent (Österreich: 6,8 Prozent) positiv ausgefallen. Diese Produkte machten 80 Prozent des Prämienvolumens der untersuchten Stichprobe aus.
Produkte mit höheren Risikoindikatoren – also 4 bis 7 – erreichten im Durchschnitt sogar 16,9 Prozent (Österreich: 19,4 Prozent).
Produkte mit Gewinnbeteiligung und diesen ähnliche Hybridprodukte – die mehrheitlich eine mindestens 90-prozentige Kapitalgarantie über die empfohlene Haltedauer aufweisen – erzielten eine durchschnittliche Nettorendite von 2,3 Prozent (Österreich: 1,9 Prozent).
Betrachtet man den Zeitraum 2020 bis 2024, so waren die durchschnittlichen Nettorenditen in diesem niedriger.
Bei fondsgebundenen Versicherungen und ähnlichen Hybridprodukten betrug sie im „unteren“ Risikobereich 2,2 Prozent (Österreich: 2,2 Prozent), im oberen 8,4 Prozent (Österreich: 12,1 Prozent).
Im Segment der Produkte mit Gewinnbeteiligung und ähnlichen Hybridprodukten betrug die Nettorendite nur 1,5 Prozent im unteren und 2,2 Prozent im oberen Risikobereich, insgesamt 1,6 Prozent (Österreich: 1,7 Prozent).
Die mit fondsgebundenen Produkten verbundenen Kosten sanken 2024 gegenüber 2023 um durchschnittlich 8 Basispunkte auf 2,24 Prozent.
Die Eiopa erblickt darin einen verstärkten Fokus auf die unternehmensinterne Produktüberwachung und -governance („POG“) und das „Value for Money“-Prinzip.
Die Kosten variieren den Angaben zufolge allerdings je nach Anbieter „erheblich“. Auch zwischen den einzelnen Staaten gebe es beträchtliche Unterschiede. Für die Eiopa deutet dies auf eine strukturell höhere Bepreisung in bestimmten Märkten hin.
Sie folgert daraus, dass es auf europäischer Ebene weiterer Arbeit bedarf, um für die Verbraucher gleiche und einheitliche Ergebnisse zu gewährleisten.
Risikoreiche Produkte lieferten im Berichtszeitraum bessere Renditen – zugleich setzen sie Verbraucher in Zeiten eines Marktabschwungs auch möglichen Verlusten aus, hält die Eiopa fest.
Im Gegensatz dazu könnte das Produktmerkmal „Kapitalerhalt“, wie es bei Produkten mit Gewinnbeteiligung angeboten wird, Verbraucher ansprechen, die sich einen Kapitalverlust in Phasen von Marktabschwüngen nicht leisten können, so die Behörde weiter.
Es sei daher entscheidend, Zielmärkte adäquat zu definieren, um sicherzustellen, dass Finanzprodukte der richtigen Anlegerzielgruppe angeboten werden.
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