Österreich hat eine der größten „Geschlechter-Pensionslücken“

11.2.2020 – Nach Zahlen von Eurostat lag das durchschnittliche Pensionseinkommen der Frauen 2018 in Österreich um 38,7 Prozent unter jenem der Männer. Innerhalb der EU ist das der vierthöchste Wert. Der EU-Schnitt beträgt 29,5 Prozent.

Alles in allem haben Frauen in der Europäischen Union (Großbritannien bereits „herausgerechnet“) im Jahr 2018 (neuere Zahlen liegen nicht vor) ein um 29,5 Prozent geringeres Pensionseinkommen gehabt als Männer.

Das besagen aktuelle Daten des europäischen Statistikamtes Eurostat; sie beziehen sich auf Personen im Alter ab 65 Jahren. Als Pensionseinkommen werden in den Daten neben den Pensionen aus der Sozialversicherung auch jene aus privater Altersvorsorge berücksichtigt.

Abstand etwas verringert

Zumindest ein wenig hat sich der Abstand in den vergangenen Jahren reduziert: 2010 betrug der Unterschied im EU-Schnitt noch 33,9 Prozent, seither hat er sich kontinuierlich verringert.

In der Mehrheit der EU-Länder sei die Lücke kleiner geworden, vor allem in Griechenland, Dänemark, Belgien, Slowenien und Frankreich. In sieben Ländern wuchs sie hingegen an, insbesondere in Malta, Lettland und Kroatien.

Innerhalb der Union variiert das Ausmaß des „Geschlechter-Pensionslücke“ von Land zu Land erheblich.

Österreich hat eine der größten Lücken

Am größten ist es in Luxemburg, wo Frauen im Schnitt um 43,3 Prozent weniger erhalten. Knapp dahinter folgt Malta (42,3 Prozent). Nach den Niederlanden (39,6 Prozent) belegt Österreich mit 38,7 Prozent Rang vier in der EU.

Im Durchschnitt mehr als Männer bekommen Frauen in keinem einzigen Land. Sehr nahe am „Gleichstand“ liegt aber Estland: Das Pensionsniveau der Frauen ist hier im Schnitt um 1,1 Prozent niedriger als jenes der Männer.

Einstellig ist der Unterschied noch in zwei weiteren Ländern: in Dänemark (7,4 Prozent) und in der Slowakei (8,2 Prozent).

Pensionsunterschiede zwischen Männern und Frauen in europäischen Ländern (Daten: Eurostat, Grafik: VJ/Lampert)

Österreich bewegt sich um die 39-Prozent-Marke

In Österreich haben sich die Zahlen in den vergangenen Jahren relativ konstant entwickelt, meistens bewegten sie sich um die 39-Prozent-Marke.

Der geringste Abstand im letzten Jahrzehnt wurde laut Eurostat 2010 mit 37,6 Prozent erreicht, der höchste 2017 (40,1 Prozent).

Pensionsunterschied zwischen Männern und Frauen in Österreich, 2008 bis 2018 (Daten: Eurostat, Grafik: VJ/Lampert)
Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Pension  · Sozialversicherung
 
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