Wertpapiere legen in der Gunst der Österreicher zu

10.1.2019 – Knapp die Hälfte der Österreicher würde sich über eine Zinsanhebung freuen, der Rest sähe derlei negativ oder hat noch keine definitive Meinung dazu. Das geht aus einer Umfrage von Erste Bank und Integral hervor. Auch nach der Investitionslaune wurde wieder gefragt. Das Interesse an Lebensversicherung und Pensionsvorsorge scheint recht stabil zu sein, jenes an Wertpapieren langsam, aber kontinuierlich zu steigen.

80 Prozent der Österreicher planen, „in den kommenden zwölf Monaten“ Geld zu sparen oder anzulegen – sei es nun eine Investition in eine neue oder bereits bestehende Spar- oder Anlageform.

Das besagt die am Mittwoch veröffentlichte „Spar- und Kreditprognose“ der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG zum dritten Quartal 2018. Die Integral-Marktforscher haben im September 2018 hierfür 1.000 Personen, repräsentativ für Österreichs Bevölkerung ab 14 Jahren, befragt.

Im Schnitt 5.700 Euro eingeplant

Im Schnitt wird ein Volumen von 5.700 Euro veranschlagt. Gegenüber dem Vergleichsquartal 2017 ist das ein Rückgang um knapp ein Viertel, gegenüber dem zweiten Quartal 2018 aber eine Zunahme um zirka ein Fünftel.

Wie die Grafik unten illustriert, ist das geplante Volumen ein Wert, der über die Quartale schwankt, und das gerne auch stärker.

Geplantes Spar- und Anlagevolumen (Daten: Erste/Integral, Grafik: VJ/Lampert)

Wohin mit dem Geld?

Wie üblich, haben Erste und Integral auch für die jüngste Analyse nach der Investitionslaune in Bezug auf einzelne Spar- und Anlageformen gefragt.

Vergleicht man die Werte aus dem dritten Quartal 2018 mit den dritten Quartalen der Vorjahre, so zeigt sich bei Wertpapieren – also Aktien, Fonds, Anleihen – ein langsamer, aber kontinuierlicher, zuletzt sogar etwas deutlicherer Trend nach oben. In der aktuellen Umfrage haben 30 Prozent eine solche Veranlagung im Visier.

„Das ist ein erfreulicher Trend“, meint Erste-Privatkundenvorstand Thomas Schaufler. „Ohne einen guten Mix, in dem definitiv auch Wertpapiere enthalten sein sollten, kann man aktuell die Inflation nicht schlagen.“

Wenig Änderung bei Lebensversicherung und Pensionsvorsorge

Die Pensionsvorsorge hält sich recht stabil bei rund einem Drittel. Die Lebensversicherung bewegt sich, ebenfalls ohne größere Veränderungen, auf einem etwas höheren Niveau. In der Umfrage zum dritten Quartal 2018 erfährt sie ein leichtes Plus und nähert sich wieder der 40-Prozent-Marke.

Das Sparbuch kommt auf 60 Prozent, der Bausparvertrag hat neuerlich ein wenig eingebüßt und erreicht eine „Zustimmung“ von 45 Prozent.

Affinität zu einzelnen Spar- und Anlageformen (Daten: Erste/Integral, Grafik: VJ/Lampert)

Ein Drittel plant größere Anschaffung

34 Prozent haben sich eine größere Anschaffung vorgenommen, darunter vor allem Personen mit höherem Einkommen, berichtet die Erste. Der Großteil (86 Prozent) finanziere diese Anschaffung über eigene Ersparnisse, rund 15 Prozent mittels Kredits.

Die durchschnittliche Kreditsumme liege bei 67.500 Euro (–1 Prozent gegenüber einem Jahr zuvor). Etwa ein Drittel derer, die einen Kredit geplant haben, wollen eine Summe von mehr als 100.000 Euro aufnehmen.

42 Prozent freuen sich auf eine Zinssatzanhebung

Der Erste/Integral-Studie zufolge blicken 42 Prozent der Österreicher einer möglichen Anhebung des Leitzinssatzes durch die Europäische Zentralbank in diesem Jahr mit Freude entgegen.

„Das sind wahrscheinlich alle, die ein Sparbuch haben“, sagt Schaufler. „Allerdings werden die Zinsen in den nächsten Jahren, wenn überhaupt, nur sehr, sehr langsam steigen.“

26 Prozent sind sich laut Umfrage noch unsicher, was sie von einer Zinsänderung halten sollen. 28 Prozent sehen eine Zinsanhebung negativ. „Das sind vermutlich die Kreditnehmer“, so Schaufler. „Wir raten daher jetzt verstärkt zu Fixzinsen, dann bleibt die Rate unabhängig von Zinsänderungen weiterhin leistbar.“

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Bausparen · Darlehen · Lebensversicherung · Marktforschung
 
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