27.10.2026 – Auf eine Übernahme folgt oft eine weitere Übernahme durch einen anderen Eigentümer. Die operative Struktur kann dann zunächst bestehen bleiben, sehr wohl kann sich aber die Art und Weise ändern, wie künftig weitere Wertsteigerung erzielt werden soll: Mit zunehmender Größe rücken Effizienzsteigerungen stärker in den Vordergrund. – Von Stefan Adams und Marielle Adams.

Wer sein Versicherungsmakler-Unternehmen an eine größere, Private-Equity-finanzierte Maklergruppe verkauft, verkauft häufig nicht an einen Eigentümer für die Ewigkeit.
Denn auch hinter der Käufergruppe steht in vielen Fällen ein Investor mit einem eigenen Investitionshorizont.
Private-Equity-Investoren halten Beteiligungen typischerweise über mehrere Jahre. Entscheidend ist dabei weniger Wachstum um jeden Preis als vielmehr die Steigerung des Unternehmenswertes und der daraus erzielbaren Rendite.
Was passiert also, wenn der Investor nach einigen Jahren seine Anteile am Portfoliounternehmen verkauft?
Für die übernommenen Maklerunternehmen ändert sich dadurch im Tagesgeschäft zunächst häufig erstaunlich wenig. Ein neuer Finanzinvestor übernimmt die Beteiligung, während die operative Struktur zunächst bestehen bleibt.
Was sich allerdings verändern kann, ist die Art und Weise, wie künftig weitere Wertsteigerung erzielt werden soll. Genau hier beginnt die zweite Phase vieler Konsolidierungsstrategien.
Denn Wertsteigerung entsteht nicht ausschließlich dadurch, weitere Unternehmen zuzukaufen und damit zusätzliches EBITDA („earnings before interest, taxes, depreciation and amortization“: Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände) einzukaufen.
Mit zunehmender Größe rücken Effizienzsteigerungen stärker in den Vordergrund.
Dazu gehören beispielsweise eine bessere IT-Infrastruktur, der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz, die Automatisierung administrativer Prozesse oder die Neuverhandlung von Courtage- beziehungsweise Provisionsvereinbarungen.
Viele Gruppen standardisieren deshalb mit der Zeit ihre Prozesse und Strukturen stärker.
Langfristig kann dies auch bedeuten, Marken zusammenzuführen und gegenüber Versicherern zunehmend gebündelt aufzutreten. Die größere Verhandlungsmacht einer konsolidierten Maklergruppe ist schließlich einer der wesentlichen wirtschaftlichen Vorteile dieses Modells.
Aus vielen einzelnen Zukäufen soll damit Schritt für Schritt eine starke Gruppe entstehen.
Lesen Sie demnächst Teil 4 der Serie.
Marielle Adams, Stefan Adams
Die Autoren: Stefan Adams ist Geschäftsführer von Dr. Adams, zu deren Tätigkeitsbereich Unternehmensbewertung und -transaktionen gehören. Marielle Adams ist Geschäftsführerin der auf M&A-Beratung und -Begleitung spezialisierten Adams Strategy.
| Teil 1: „Deutsche Konsolidierer entdecken Österreich“ (13.10.2026) Teil 2: „Was Makler-Käufer interessiert und was sie bieten“ (20.10.2026) |
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