Beruhigungspillen

23.1.2026 – Daß beim Sparen zunächst immer die „anderen“ anfangen sollen, ist hinlänglich bekannt. Wenn der Kollege Oppelz Rauchen und Haustiere anführt, werden leicht alle zustimmen, die beides nicht haben. Daß gerade Menschen an und unter der Armutsgrenze irgendwie doch Geld für Zigaretten und/oder Hund abzweigen, ist auch eine Realität und zu respektieren.

Was mich beschäftigt, ist, daß Altersvorsorge oder finanzielle Absicherung weiterhin kein „erstrebenswertes Gut“ beim sogenannten Mittelstand sind … aber täglich an Bedeutung gewinnen sollten.

Wir haben in Österreich praktisch seit 20 Jahren kein positives Wirtschaftswachstum. Im Gegenteil – wir werden strukturell ärmer, erst recht in der Pension.

Diesbezügliche Vorsorge kann also nicht aus steigenden Einkommen finanziert werden, sondern schlicht durch Umschichtungen oder durch Konsumeverzicht. Das müssen wir uns als Gesellschaft wohl langsam eingestehen. Urlaub, Kleidung, Autos, eventuell teure Hobbies versus Aus- und Weiterbildung für sich selbst und Kinder und vermehrt nötige Absicherung von Besitz, Gesundheit und für das Alter. Bei sinkenden Realeinkommen eben schwierig und unpopulär – aber notwendig.

Dieses neue Bewußtsein müßte wohl getrommelt werden, aber die Politik verteilt natürlich lieber Beruhigungspillen nach dem Motto „Wir haben das beste Pensionssystem der Welt“.

Rudolf Mittendorfer

Office@rudolfmittendorfer.at

zum Artikel: „Wie die Österreicher ihre Finanzlage beurteilen”.

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