2.2.2026 – Die zweite Säule sollte künftige einen Anteil von 30 Prozent am Pensionsmix haben, meint man bei der Valida. Betriebliche Vorsorge solle für alle Erwerbstätigen zugänglich sein, die „Abfertigung neu“ stärker der Pensionsvorsorge gewidmet werden.

Die auf Angebote der zweiten Säule spezialisierte Valida-Gruppe und das Institut Eco Austria haben am Donnerstag Herausforderungen für das österreichische Pensionssystem thematisiert.
Dieses basiere fast ausschließlich auf dem Umlageverfahren und benötige staatliche Zuschüsse; zugleich wachse die Belastung durch die demografische Entwicklung, die das Verhältnis der Anzahl der Personen im Erwerbsalter zu jener der Pensionisten sinken lasse.

Valida-CEO Martin Sardelic sieht einen hohen Finanzierungsdruck für den Staat. Gleichzeitig sei „die zweite Säule noch zu schlank, um das Pensionssystem nachhaltig zu stabilisieren“, so Sardelic.
Länder wie Dänemark zeigten, wie ein „zukunftsfähiges System mit einer starken zweiten Säule ausschauen kann“.
Eco-Austria-Direktorin Monika Köppl-Turyna ging – wie schon bei früheren Anlässen (VJ 12.9.2024, 13.11.2024, 5.6.2025) – näher auf das Beispiel Dänemark ein, dass durch eine Mischung aus Umlageverfahren und Kapitaldeckung resilienter sei und langfristig höhere Leistungen ermögliche.
In Österreich sei „das Potenzial der zweiten Säule noch nicht ausgeschöpft“, meint Köppl-Turyna. Deshalb gelte es, von „erfolgreichen Pensionssystemen“ zu lernen, um die Altersvorsorge „zukunftssicher zu machen“ und „um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken“.
Ein für die Zukunft „stabiles Mischsystem“ würde demzufolge einen deutlich höheren Anteil der zweiten Säule bedeuten, den Valida bei 30 Prozent ansetzt.
„Aus einem Zahnstocher wird so eine wichtige Stütze im System. Ein Mehrsäulenmodell streut Risiken deutlich breiter und gewährleistet ein entsprechend höheres Maß an Stabilität“, sagt Valida-Vorstand Philipp Mayer.
Die betriebliche Vorsorge soll dabei flächendeckend für alle Erwerbstätigen zugänglich werden, heißt es von der Valida.

„Ein erster wichtiger Schritt in Richtung eines zukunftsfähigen Mehrsäulenmodells wäre, die ‚Abfertigung neu‘ künftig verstärkt der Pensionsvorsorge zu widmen“, führt Mayer weiter aus.
„In der Regel sollten die Abfertigungsguthaben von den Betrieblichen Vorsorgekassen bis zum Pensionsantritt veranlagt und anschließend mittels Generalpensionskassenvertrag als Zusatzpension verwendet werden.“
Die „optimale Veranlagung“ erfolge über ein Lebensphasenmodell, bei dem die Kapitalanlagestrategie laufend an das Alter der Kunden angepasst wird.
Mayer: „Auf diese Weise lassen sich Risiken systematisch reduzieren und zugleich über das gesamte Erwerbsleben deutlich höhere Erträge erzielen.“
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