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Coface: Geopolitische Spannungen ändern Risikobewertungen

2.11.2026 – Steigende Energie- und Rohstoffpreise, anhaltender Inflationsdruck und schwierige Finanzierungsbedingungen belasten Unternehmen und Staaten, sagt Coface. Allein aufgrund des Nahostkonflikts rechnet der Kreditversicherer damit, dass das globale Wachstum 2026 und 2027 auf 2,5 bzw. 2,6 Prozent zurückgehen wird, nachdem es 2025 noch 2,8 Prozent betrug.

Schriftzug RIsiko, Lupe (Bild: Sasun Bughdaryan/Unsplash)
Bild: Sasun Bughdaryan/Unsplash

Die geopolitischen Spannungen bremsen zunehmend die Weltwirtschaft, sagt Kreditversicherer Coface.

Die Kampfhandlungen zwischen Iran und USA sowie die weitere Eskalation des russischen Kriegs gegen die Ukraine „haben die globalen Lieferketten erheblich belastet und die Rohstoffpreise in die Höhe getrieben“, stellte das Unternehmen am Freitag in einer Mitteilung fest.

Öl und Gas teurer, Agrarrohstoffe unter Druck

„Der Ölpreis hat um mehr als 50 Prozent zugelegt, während sich die Erdgaspreise nahezu verdoppelt haben. Auch Industriemetalle bleiben teuer“, sagt Markus Kuger, Head of Economic Research DACH bei Coface.

Ebenso stehen Agrarrohstoffe unter Druck, fügt Coface hinzu. Nach Angriffen auf Häfen am Schwarzen Meer und den diesjährigen Hitzewellen in Europa seien die Preise deutlich gestiegen. Der Weizenpreis etwa sei „stellenweise rund 40 Prozent über dem Vorjahresniveau“ gelegen.

„Die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise haben die Sorge vor einem erneuten Inflationsschub verstärkt“, unterstreicht Dagmar Koch, Country Managerin der Coface in Österreich.

Nahostkonflikt dämpft Erwartungen für 2026 und 2027

Bislang zeige sich die Weltwirtschaft trotzdem „bemerkenswert widerstandsfähig“, sagt Kuger. „Vor allem Investitionen in künstliche Intelligenz sowie die positive Entwicklung an den Finanzmärkten stützen die Konjunktur.“

Dennoch geht Coface davon aus, dass der Nahostkonflikt das globale Wachstum drücken wird: Nach +2,8 Prozent im Jahr 2025 rechnet der Kreditversicherer für 2026 mit einem weltweiten Wachstum von 2,5 Prozent, für 2027 mit 2,6 Prozent.

Europa entwickelt sich „etwas besser als erwartet“

Die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und des Inflationsdrucks fallen jedoch „regional sehr unterschiedlich“ aus, heißt es von Coface.

In den USA zeige sich die Wirtschaft widerstandsfähig, Europa entwickle sich „ebenfalls etwas besser als erwartet“. Vor allem die deutsche und die spanische Wirtschaft erweisen sich als stabil, so Coface, die Haushaltslage in Frankreich gebe indes „weiterhin Anlass zur Sorge“.

Besonders stark seien die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen auf die Golfstaaten. In der „Coface Risk Review Oktober 2026“ wurden deshalb die Länderrisikobewertungen Saudi-Arabiens und Katars von A3 auf A4 herabgestuft. Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden von A2 auf A3 zurückgestuft. Die Skala hat acht Stufen. Sie reicht von A1 bis A4 und weiter über B und C bis D.

Es gab aber auch Aufwertungen, vier Länder wurden hochgestuft: die Bahamas von B auf A4, Montenegro von C auf B und El Salvador sowie Sambia von D auf C.

Risikobewertung der österreichischen Agrarwirtschaft verschlechtert

Auch die Agrar- und Ernährungswirtschaft leidet, sie gerate weltweit zunehmend unter Druck. Coface hat den Sektor in insgesamt sechs Ländern herabgestuft – je nach Region aus unterschiedlichen Gründen.

In Frankreich, Österreich und Polen sei die Landwirtschaft durch die Hitze und Trockenheit des Sommers erheblich belastet worden. In Österreich und Polen wurde das Risiko von „mittel“ auf „hoch“ – das ist die zweithöchste der vier Risikostufen – geändert, in Frankreich von „hoch“ auf „sehr hoch“.

„Die Dürreschäden in der österreichischen Landwirtschaft belaufen sich auf rund eine Milliarde Euro“, so Kuger. Die staatliche Dürrehilfe decke nur einen Teil ab. „Deswegen bleiben die Risiken für den Agrifood-Sektor weiterhin erhöht.“

In Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Argentinien wurde die Agrarbranche ebenfalls von „mittel“ auf „hoch“ gesetzt.

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Darlehen · Konjunktur
 
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