28.10.2026 – Mehr als ein Drittel der österreichischen Bevölkerung nutzt Smart-Home-Anwendungen, vor zwei Jahren war es erst ein Viertel, meldet die Statistik Austria. Die häufigsten Einsatzgebiete sind Energiemanagement und Haushaltsgeräte. Bei Unterhaltungsgeräten ist der „smarte“ Anteil noch einmal deutlich größer, er ist auf knapp 74 Prozent gestiegen. Die zunehmende Vernetzung ist bequem, birgt aber auch Risiken, warnt das Bundeskriminalamt.

„Smart-Home-Lösungen, also vernetzte Geräte und Systeme, die über das Internet gesteuert oder automatisiert werden können, halten in immer mehr Haushalten Einzug.“
Das folgert Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, aus der jüngsten Erhebung über den privaten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).
Ergebnisse daraus wurden am Dienstag bekanntgegebenen.
Smart-Home-Anwendungen werden demzufolge von 36 Prozent der Bevölkerung in Österreich genutzt. 2024, als die letzte Befragung stattfand, waren es erst 24 Prozent.
Insgesamt wurden von April bis Juli 2026 rund 4.300 Haushalte und 5.500 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren online oder telefonisch zur Nutzung in den vergangenen Monaten befragt.
Die am häufigsten genutzten Smart-Home-Anwendungen sind Energiemanagementsysteme. Darunter fallen beispielsweise Thermostate, Stromzähler oder internetgesteuerte Heizungs- und Beleuchtungssysteme. Ihr Anteil stieg von 16,6 Prozent 2024 auf 24,5 Prozent 2026.
Auch mit dem Internet verbundene Haushalts- oder Gartengeräte wie Backöfen, Waschmaschinen, Staubsauger- oder Rasenmähroboter kommen mittlerweile häufiger zum Einsatz: Ihr Anteil wuchs von 12,2 auf 20,5 Prozent.
Smarte Sicherheitssysteme – dazu zählen etwa Alarmanlagen, Rauchmelder, Überwachungskameras, Bewegungsmelder oder Türschlösser – nutzten 15,6 Prozent. Auch das ist eine Steigerung, 2024 waren es 9,3 Prozent.
Besonders stark nahm die Smart-Home-Nutzung bei jüngeren Menschen zu: Unter den 16- bis 24-Jährigen verdoppelte sich der Anteil nahezu von rund 17 auf rund 33 Prozent, bei den 25- bis 34-Jährigen von 28 auf 44 Prozent.
Auch der Bildungsstand zeige Unterschiede in der Nutzung: „Am weitesten verbreitet sind Smart-Home-Lösungen bei Personen mit Hochschulabschluss: Fast jede zweite Person (48 Prozent) nutzt entsprechende Anwendungen, gegenüber 22 Prozent der Personen mit Pflichtschulabschluss.“
Die am weitesten verbreitete Anwendungsart „smarter“ Geräte und Systeme findet sich aber im Bereich Unterhaltung. 2026 nutzten 74 Prozent der Bevölkerung zumindest ein mit dem Internet verbundenes Unterhaltungsgerät (2024: 66 Prozent).
Der Anteil der Smart-TV-Nutzer stieg von 60,0 auf 67,5 Prozent. „Smarte Audiosysteme oder Lautsprecher verwenden mittlerweile 32 Prozent der Bevölkerung, gegenüber 26 Prozent zwei Jahre zuvor“, berichtet die Statistik Austria.
Virtuelle Sprachassistenzsysteme werden von 26,3 Prozent der Bevölkerung genutzt. Auch „Wearables“ wie Smartwatches, Fitness-Armbänder oder vernetzte Kopfhörer sind verbreitet: Ein Drittel (33,5 Prozent) der Bevölkerung nutzt solche Geräte.
Smarte Anwendungen sind zweifellos praktisch. „Die erhöhte Bequemlichkeit geht jedoch mit zusätzlichen Sicherheitsrisiken einher“, gibt das Bundeskriminalamt zu bedenken.
Bei entsprechender Ausstattung, so das BK, sammeln Sensoren, Kameras und Assistenten permanent Daten über das Nutzerverhalten, etwa wann jemand zu Hause ist, wann geschlafen wird usw.
„Diese Daten sind nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Kriminelle wertvoll und können bei Datenlecks abgegriffen oder missbraucht werden“, heißt es aus dem BK.
Daten würden oft unverschlüsselt übertragen oder Standard-Passwörter bei der Ersteinrichtung der Geräte nicht geändert. Das mache es Angreifern leichter, die Kontrolle zum Beispiel über Schlösser oder Kameras zu übernehmen.
Vor einer Anschaffung sollte denn auch geprüft werden, ob ein Unternehmen seriös ist und regelmäßig Sicherheits- und Software-Updates bereitstellt, rät das BK. Schließlich könne jedes via Internet verbundene System grundsätzlich von Schadsoftware betroffen sein.
„Schlecht gesicherte Smart-Home-Systeme und smarte Geräte stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Kriminelle können sich in das Heimnetzwerk einschleusen bzw. das System ‚hacken‘“, stellt das BK fest.
Häufig gehe es dabei um Straftaten wie Datenbeschädigung oder Missbrauch von Computerprogrammen, die von den Betroffenen zunächst gar nicht bemerkt werden.
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Anzahl der Anzeigen im Bereich „Cybercrime“ – er umfasst freilich nicht nur Smart-Home-Anwendungen – nach einem leichten Rückgang 2024 (–3,4 Prozent) im Jahr 2025 um 8,6 Prozent auf 21.988 gestiegen. Der Höchstwert der letzten zehn Jahre wurde 2022 erreicht (22.376).
Langfristig hat sich das Anzeigenaufkommen wegen Cybercrime beträchtlich gesteigert: 2020 waren es 12.914 Anzeigen, 2016 nur 2.630 gewesen. Die Zunahme 2025 sei speziell auf betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauch (§ 148a StGB) und Datenfälschung (§ 225a StGB) zurückzuführen (VJ 10.4.2026).
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.
Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.
Ihre Vorteile



