Wie oft Heimwerker wegen Unfällen ins Spital müssen

16.4.2026 – Rund 11.000 Personen mussten 2025 wegen Verletzungen, die sie sich beim Heimwerken zugezogen haben, ins Spital. Laut KFV werden des Öfteren auch riskante Arbeiten selbst durchgeführt, statt sie von Fachkräften erledigen zu lassen. Jeder dritte Heimwerker verwendet laut Umfrage nie oder nur selten Schutzausrüstung. Etwa gleich viele machen sich vor Beginn des Projekts keine Gedanken über potenzielle Risiken.

Mann sägt Holzleiste (Bild: Curated Lifestyle/Unsplash)
Bild: Curated Lifestyle/Unsplash

Oft einmal läuft beim Heimwerken nicht alles so, wie es soll: Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ließ am Mittwoch wissen, dass sich 2025 in Österreich rund 11.000 Personen (2024: 10.600) so schwer beim Hämmern, Bohren, Schrauben und ähnlichen Aktivitäten verletzt haben, dass sie zur Behandlung ins Spital mussten.

Dabei spielt auch die Umgebung eine Rolle: „Die Statistik zeigt, dass besonders viele Menschen 2025 im Garten bei Heimwerken verunglückt sind“, berichtet Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

Mit rund 400 Unfällen mehr als 2024 seien beim Heimwerken im Garten die meisten Menschen verletzt worden (28 Prozent). Trauner-Karner: „Hier sollte man etwa berücksichtigen, ob es Unebenheiten gibt oder ob Gegenstände herumliegen, die die Bewegungsfreiheit stören und so zu Unfällen führen können.“

Stürze, Schnitte, Stiche, Kollisionen

Den Großteil der Heimwerker-Verletzungen machen Stürze (30 Prozent), Schnitte, Stiche oder dergleichen (29 Prozent) und Zusammenstöße mit Objekten (22 Prozent) aus.

Zu „schmerzhaftem Kontakt mit einer Maschine“ kommt es in 9 Prozent der Fälle, zu Quetschungen bzw. Einklemmungen in 6 Prozent.

„Von offenen Wunden über Knochenbrüche und Sehnen- und Muskelverletzungen bis hin zu Amputationen ist die Liste an Verletzungen bei Heimwerkarbeiten lang“, sagt Trauner-Karner. Die meisten Verletzungen betreffen die Hände (57 Prozent).

Oft auf eigenes Risiko am Werk, statt Fachleute hinzuzuziehen

In einer aktuellen KFV-Umfrage gaben rund drei Viertel der Befragten an, zumindest einmal in den letzten zwölf Monaten Heimwerkerarbeiten im privaten Umfeld durchgeführt zu haben.

Auch riskante Arbeiten wie Arbeiten in der Höhe, Elektroarbeiten oder Arbeiten mit motorisierten Geräten seien selbst durchgeführt worden. So gaben 30 Prozent an, riskante Arbeiten selbst anzugehen statt auf professionelle Fachkräfte zurückzugreifen. Unter den Männern wurde diese Antwort wesentlich häufiger (38 Prozent) gegeben als unter den Frauen (18 Prozent).

„Dass besonders gerne Männer heimwerken, zeigt sich auch in der Unfallstatistik 2025: Männer führen diese mit 81 Prozent der spitalsbehandelten Unfälle im Bereich Heimwerken an“, teilt das KFV mit.

Die Umfrage zeigt laut KFV außerdem ein „Dunkelfeld“ an Heimwerkerunfällen mit Verletzungsfolge auf: Drei von vier der betroffenen Befragten gaben an, ihre Verletzungen selbst zu verarzten. Nur rund ein Viertel der verletzten Heimwerker suchte medizinische Hilfe.

Unachtsamkeit und Hektik, Fehleinschätzung und Planlosigkeit

Unfallursachen sind laut KFV-Unfalldatenbank besonders oft Ablenkung, Hektik und Unachtsamkeit (65 Prozent). Ein Teil sei auf Fehleinschätzung (13 Prozent) sowie Überforderung und Selbstüberschätzung (6 Prozent) zurückzuführen.

Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Personen, die das KFV dazu befragt hat, gab an, sich vor Beginn eines Projekts keinerlei Gedanken über mögliche Gefahren und Unfallrisiken zu machen.

Aber: „Gefahren richtig einschätzen zu können und mit einem ausgeklügelten Plan an ein Projekt heranzugehen, sollte nicht nur für Profis zum Projekt dazugehören“, sagt Trauner.

Mehr als ein Drittel verwendet nie oder nur selten Schutzausrüstung

Schutzausrüstung komme noch zu selten zum Einsatz, fügt das KFV hinzu. 37 Prozent der Befragten gaben an, bei Heimwerkerarbeiten nie oder nur sporadisch Schutzrüstung zu nutzen.

Auffällig ist ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: 72 Prozent der Männer sagten, dass sie immer oder zumindest manchmal Schutzausrüstung beim Heimwerken tragen. Von den Frauen sagten dies nur 52 Prozent. Häufigste Schutzmaßnahme sind Handschuhe (88 Prozent).

„Beim passenden Schuhwerk, Schutzbrillen, Atemschutz sowie Gehörschutz gibt es noch deutlichen Aufholbedarf“, stellt das KFV fest.

Altersunterschiede bei Risikoeinstufung und Verletzungen

Auch zwischen den Altersgruppen zeigen die Umfragedaten Unterschiede auf, wie das KFV berichtet: Ältere Heimwerker stufen Arbeiten offenbar als weniger riskant ein.

„Mit zunehmendem Alter wird die Palette an spitalsbehandelten Unfällen beim Heimwerken breiter, veranschaulicht die Unfallbilanz“, sagt Trauner.

„Bei Jugendlichen kommt es vor allem zu Verletzungen durch Schnitte, durch Kollisionen mit beispielsweise herabfallenden oder rotierenden Objekten, Stürze und Stolpern. Bei Erwachsenen kommen dann unter anderem Stürze aus größerer Höhe sowie Quetschungen hinzu.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Marktforschung
 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
15.4.2026 – Die Generali hat Ergebnisse aus ihrer neuen „Familienstudie 2026“ veröffentlicht. Darin geht es um Werthaltungen, Belastungen und Vorsorge. (Bild: Getty Images/Unsplash) mehr ...
 
13.4.2026 – Belastung werde zunehmend zum Normalzustand, folgert Instahelp aus nun veröffentlichten Ergebnissen einer Befragung von Arbeitnehmern. Führungskräfte haben aber Möglichkeiten gegenzusteuern, so das Healthtech. (Bild: Vitaly Gariev/Unsplash) mehr ...