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Bericht: Wachsendes Cyberrisiko erfordert mehrere Maßnahmen

5.5.2026 – In den vergangenen Jahren hat sich die Cyberschadenhöhe vervielfacht, geht aus einem neuen Bericht der Geneva Association hervor. Für die Zukunft wird Handlungsbedarf gesehen: Durch wachsende geopolitische Spannungen und digitale Verflechtung würden Cybervorfälle häufiger, ausgeklügelter und teurer. Um gegenzusteuern, seien mehrere Maßnahmen und ein Zusammenspiel mehrerer Akteure, darunter Versicherer und Vermittler, nötig.

Schutzschilde und ein Bug (Bild: Allison Saeng/Unsplash)
Bild: Allison Saeng/Unsplash

Der mittlere jährliche Schaden aufgrund von Cybervorfällen hat sich laut einer kürzlich erschienenen internationalen Analyse des Branchenverbandes Geneva Association (GA) in den letzten 15 Jahren etwa verfünfzehnfacht: Der Median stieg demnach von 190.000 US-Dollar auf fast 3 Millionen Dollar.

Verluste infolge von Großschäden haben ebenso stark zugenommen. Unter den zehn Prozent der Schadenfälle mit den höchsten Schadensummen liegen sie den Angaben zufolge im Schnitt bei über 28 Millionen Dollar. Dies sei fast das Fünffache des Wertes von 2008.

Cyberversicherung rapide gewachsen

Der Cyberversicherungsmarkt sei seit seiner Entstehung in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre und besonders in den letzten zehn Jahren ebenfalls „rapide“ gewachsen, sowohl in seiner Größe als auch in Bezug auf den Deckungsumfang.

Aus Daten für die USA, Kanada und Großbritannien gehe hervor, dass Cyberversicherungsleistungen einen wesentlichen Anteil der gesamten Schadenkosten ausmachen. Er wird im Bereich der versicherten Klein- und Mittelunternehmen mit „nahezu 70 Prozent“ beziffert.

Daten von Versicherungsmaklern wiederum deuteten darauf hin, dass 92 Prozent der Meldungen potenzieller Schäden unter Versicherungsschutz fielen. Das sei ein Wert, der sich von jenem in anderen Sparten positiv abhebe.

Größere Führungsrolle der Cyberversicherung

Bericht der Geneva Association zu Cyberrisiko und -versicherung (Cover; Quelle: Geneva Association)
Bericht der Geneva Association zu
Cyberrisiko und -versicherung
(Cover; Quelle: Geneva Association)

Dennoch: Eine größere Führungsrolle der Cyberversicherung sei – besonders im Segment der KMUs, wo nicht nur die Akzeptanz noch gering sei, sondern oft auch die technischen Kapazitäten gegen Attacken – erst noch umzusetzen.

Gemeint sind damit eine proaktive Schärfung des Sicherheitsbewusstseins der Kunden, Anreize für laufende Verbesserungen der Cybersicherheit und schließlich Unterstützung bei einer beschleunigten Erholung von Cybervorfällen.

Manche Cyberrisiken seien aber schlicht nicht versicherbar, räumt der Bericht ein. Gründe dafür sind das Ausmaß und/oder die Unsicherheit, was potenzielle Schäden angeht.

Die Cyberversicherung könne zu größerer Sicherheit vor – angesichts geopolitischer Spannungen und digitaler Verflechtung – häufiger werdenden und oft vermeidbaren Vorfällen beitragen, wird in dem Bericht freilich zugleich betont.

Mehrere Maßnahmen gefragt

Um deren Verbreitung zu fördern und ihre Bedeutung für die Cyberresilienz – wiederum speziell bei kleinen und mittleren Unternehmen – zu stärken, plädiert die Geneva Association für „koordinierte Maßnahmen“ von Versicherern, Unternehmen, Vermittlern, Technologieanbietern und Regierungen.

Auf dieser Maßnahmenliste steht neben Sensibilisierung und Aufklärung unter anderem die Entwicklung „flexiblerer und leichter zugänglicher“ Versicherungsprodukte mit klareren Bedingungen und, beispielsweise, parametrischen Lösungen.

Straffere Prozesse in der Risikoprüfung und Schadenbearbeitung sowie eine „modernere Kundenansprache samt digitaler Vertriebskanäle, die den Abschluss für Makler und kleinere Unternehmen vereinfachen, werden ebenso angeführt.

Weitere Punkte sind etwa die Förderung von Standards für „Cyberhygiene“, die Finanzierung koordinierter Schwachstellensuchen und die Weiterentwicklung automatisierter Abwehrwerkzeuge.

Cyberrisiko zum geschäftlichen „Kernrisiko“ geworden

„Im heutigen geopolitischen Umfeld ist das Cyberrisiko nicht mehr nur ein IT-Thema – es ist ein geschäftliches und ökonomisches Kernrisiko“, sagt Jad Ariss, Managing Director der Geneva Association.

Die Cyberversicherung könne eine wesentliche Rolle bei der Stärkung der Widerstandsfähigkeit spielen, indem sie bei der Prävention, beim Management von Betriebsunterbrechungen und bei einer schnelleren Erholung hilft.

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