5.3.2026 – Etwas mehr als ein Viertel der Ausgaben entfällt auf Wohnen und Energie. Nächstgrößte Posten sind der Verkehr mit knapp 13,6 Prozent und Ernährung mit 11,6 Prozent. Auf Versicherungen – Leben ausgenommen – entfallen 4,4 Prozent.
Rund 4.170 Euro: So hoch sind laut Konsumerhebung 2024/25 der Statistik Austria die durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich.
Die sogenannten „Äquivalenzausgaben“ – das sind die „bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts“ – liegen bei rund 2.760 Euro pro Monat.
Diese Zahlen hat die Statistik Austria nun veröffentlicht. Sie stammen aus der „Konsumerhebung 2024/25“, die von April 2024 bis Mai 2025 durchgeführt wurde.
| Quelle: Statistik Austria |
| 6.689 zufällig ausgewählte Haushalte haben jeweils zwei Wochen lang ihre Ausgaben in ein Haushaltsbuch eingetragen und zusätzlich Fragen zu den im Haushalt lebenden Personen, der Wohnung und dem gesamten Haushalt beantwortet. Erfasst wurden dabei nicht nur regelmäßige Ausgaben, etwa für Lebensmittel, Miete oder Treibstoff, sondern auch Aufwendungen für größere und große Anschaffungen, z. B. Kauf eines Pkw oder einer Küche, sowie Ausgaben für besondere Anlässe wie Schulbeginn, Hochzeiten, Weihnachten oder Urlaub. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss also berücksichtigt werden, dass die Ausgaben nicht ausschließlich aus dem laufenden Einkommen bezahlt werden, sondern auch Sonderzahlungen, wie das 13./14. Monatsgehalt oder etwaige Prämien, eine Rolle spielen. |
Mit mehr als einem Viertel (26,4 Prozent) entfällt der größte Anteil der Ausgaben auf Wohnen und Energie. An zweiter Stelle stehen Ausgaben für Verkehr (13,6 Prozent).
Etwa gleich groß sind die Posten „Ernährung und alkoholfreie Getränke“ (11,6 Prozent) und „Freizeit, Sport und Kultur“ (11,4 Prozent). Danach folgen, unterhalb der 10-Prozent-Marke, Gastronomie, Wohnungsausstattung und Gesundheit.
An achter Stelle finden sich mit 4,7 Prozent Ausgaben für Versicherungen und Finanzdienstleistungen. In absoluten Zahlen sind das 197 Euro.
Das meiste davon entfällt auf den Teilbereich „Versicherungen“, und zwar 183 Euro oder 4,4 Prozent am gesamten Ausgabenvolumen. Zum Vergleich: In der letzten Erhebung (2019/20) waren es 146 Euro oder 4,5 Prozent aller Ausgaben.
Eingeschlossen sind hier insbesondere Unfall-, Kranken-, Wohnungs-, Haus-, Reise-, Rechtsschutz-, Fahrzeug- und Kfz-Versicherung (ohne Kfz-Steuer). Nicht in der Kategorie Versicherungen und Finanzdienstleistungen enthalten sind Ausgaben für „Sparen, Altersvorsorge, Lebensversicherungen, Fonds“.

Je mehr Personen im Haushalt leben, desto höher sind die monatlichen Haushaltsausgaben.
Die Pro-Kopf-Ausgaben bzw. Äquivalenzausgaben sinken jedoch mit zunehmender Haushaltsgröße.
„So haben größere Haushalte mit 4 oder mehr Personen rund 11 Prozent niedrigere Äquivalenzausgaben als Einpersonenhaushalte“, stellt die Statistik Austria fest.
Die Ausgabenhöhe werde aber auch durch andere Faktoren wesentlich beeinflusst.
Bei Ein-Personen-Haushalten hänge sie in erster Linie vom Erwerbsstatus ab.
„So wenden erwerbstätige Alleinlebende mit im Schnitt 3.080 Euro monatlich rund 27 Prozent mehr auf als nicht-erwerbstätige (2.430 Euro)“, berichtet die Statistik Austria.
Die Ausgaben erwerbstätiger Alleinlebender seien für Verkehr, Freizeit und Gastronomie deutlich höher als bei nicht-erwerbstätigen Alleinlebenden, für Wohnen und Ernährung hingegen wesentlich niedriger.
Geringe Differenzen zeigten sich, wenn man nach dem Geschlecht unterscheidet: Mit 2.740 Euro monatlich geben alleinlebende Männer rund 3 Prozent mehr aus als Frauen (2.660 Euro).
Haushalte in ländlichen Gebieten weisen – mit durchschnittlich größeren Haushalten – die höchsten Haushaltsausgaben auf, nämlich rund 4.460 Euro. Das sind rund 7 Prozent mehr als im Österreich-Schnitt und 16 Prozent mehr Haushalte in Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern.
„Die gewichteten Pro-Kopf-Ausgaben schwanken hingegen wenig: So liegen die monatlichen Äquivalenzausgaben von Haushalten in Wien 2,4 Prozent unter dem Österreich-Schnitt, jene von Haushalten in Gemeinden zwischen 5.000 und 20.000 Einwohnern rund 2,7 Prozent darüber.“
Die deutlichsten Unterschiede zwischen Stadt und Land macht die Statistik Austria im Verkehr aus.
Nicht zuletzt wegen der in ländlichen Gegenden höheren Fahrzeugdichte (VJ 25.2.2026) geben Haushalte auf dem Land mit durchschnittlich 761 Euro mehr als doppelt so viel für Anschaffung, Erhalt und Versicherung ihrer Fahrzeuge aus als Wiener Haushalte (354 Euro).
Umgekehrt geben Wiener Haushalte mit durchschnittlich 100 Euro pro Monat viermal so viel für öffentlichen Verkehr aus wie Haushalte in ländlichen Regionen.
Dies zeige sich auch daran, wie die Haushalte mit Kraftfahrzeugen ausgestattet sind: In kleinen Gemeinden haben rund 90 Prozent zumindest ein Kraftfahrzeug, in Wien weniger als die Hälfte. „Im Schnitt haben Haushalte in ländlichen Gebieten 1,5 Pkw, im urbanen Raum 0,85 Pkw und in Wien nur 0,56 Pkw.“
Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.
Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.
Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.
Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.
Ihre Vorteile



