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Zinsverzicht: Viele parken ihr Geld auf Girokonten

2.11.2026 – Rund die Hälfte der Österreicher parkt mindestens 1.000 Euro unverzinst oder kaum verzinst auf Girokonten, geht aus dem neuen „Santander-Finanzbarometer“ hervor. Bei jedem vierten Befragten sind es mehr als 5.000 Euro. Ein Fünftel hat jedoch seit Jahresbeginn in besser verzinste Sparprodukte umgeschichtet. Persönliche Beratung ist für 37 Prozent die wichtigste Informationsquelle rund ums Sparen und Veranlagen. Die Sparte Bank und Versicherung verweist unterdessen auf einen Trend zu mehr Wertpapierinvestments.

Hand, Prozentzeichen (Symbolbild; Bild: Sasun Bughdaryan/Unsplash)
Bild: Sasun Bughdaryan/Unsplash

Zahlreiche Österreicher verzichten bei ihren Ersparnissen auf höhere Zinserträge. Zu diesem Schluss gelangt die Santander Consumer Bank aufgrund einer aktuellen Umfrage. Viele lagern einen erheblichen Teil ihrer Gelder unverzinst oder nur gering verzinst auf Girokonten, so das Finanzinstitut.

Den Angaben zufolge verfügen 27 Prozent über 1.000 bis unter 5.000 Euro auf Girokonten, die gar nicht oder mit weniger als einem Prozent pro Jahr verzinst werden. Weitere 26 Prozent haben sogar mehr als 5.000 Euro dort liegen. 16 Prozent machten keine Angabe.

Die Zahlen stammen aus dem „Santander-Finanzbarometer“. Die Umfrage dazu hat das Institut für Demoskopie und Datenanalyse (IFDD) im Vorfeld des Weltspartags vom 7. bis 10. Oktober 2026 durchgeführt.

Befragt wurden 1.000 Personen in einem Alter ab 16 Jahren. Die maximale Schwankungsbreite wird mit ±3,1 Prozent beziffert.

Ersparnisse auf Girokonten (Grafik: Santander Consumer Bank)
Ersparnisse auf Girokonten (Grafik: Santander Consumer Bank)

Verfügbarkeit schlägt Zinsertrag, ein Fünftel hat aber umgeschichtet

Hauptgrund für die hohen Guthaben auf Girokonten sei der Wunsch nach Flexibilität, berichtet Santander weiter.

Rund zwei Drittel der Befragten gaben an, jederzeit auf ihr Geld zugreifen zu wollen. 41 Prozent sehen darin eine finanzielle Reserve für unerwartete Ausgaben. Knapp ein Viertel sei der Meinung, dass sich alternative Sparformen bei ihrem Guthaben nicht lohnen würden.

Immerhin 19 Prozent haben aber seit Jahresbeginn Geld auf ein besser verzinstes Sparprodukt umgeschichtet, stellt Santander fest. Weitere zehn Prozent haben ein neues Sparprodukt abgeschlossen. Insgesamt habe damit knapp jeder Dritte „aktiv auf das veränderte Zinsumfeld reagiert“.

Persönliche Beratung für mehr als ein Drittel wichtigste Informationsquelle

Bei Fragen rund um Sparen und Veranlagung bleibe die persönliche Beratung in der Filiale für viele die erste Anlaufstelle. 37 Prozent nennen sie als wichtigste Informationsquelle.

„Dahinter folgen die Websites von Banken mit einem Viertel der Nennungen sowie Online-Vergleichsportale mit 21 Prozent“, teilt Santander mit. Ebenso viele (21 Prozent) holen sich Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld, also von Familie, Freunden oder Bekannten.

Klassische Medien, Suchmaschinen und KI-Dienste spielen mit jeweils rund zehn Prozent eine geringere Rolle. Social Media komme im Bereich der Geldveranlagung bislang kaum Bedeutung zu: Dieser Kanal werde nur von vier Prozent als relevante Informationsquelle genannt.

Sparte Bank und Versicherung: Trend zu Wertpapieren

Anlässlich des Weltspartags unterstrich am Freitag Eva Landrichtinger, Geschäftsführerin der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den hohen Stellenwert des Sparens.

„Sparen ist Vorsorge und schafft Sicherheit: Gerade in volatilen Zeiten gewinnen diese beiden Motive an Gewicht“, so Landrichtinger. Gleichzeitig verändere sich, wie gespart wird, verweist die Sparte auf das „Aktienbarometer 2026“ (VJ 13.3.2026).

Laut dieser im März vorgestellten Umfrage von Industriellenvereinigung, Aktienforum und Wiener Börse besitzen 31 Prozent der Österreicher in einem Alter ab 16 Jahren Wertpapiere. Das seien „so viele wie nie zuvor“, betont die Sparte. Knapp zwei Drittel gaben damals Pensionsvorsorge als ein Motiv an.

Auch durch die Daten der Oesterreichischen Nationalbank werde der Trend zu Wertpapierveranlagungen bestätigt (VJ 23.10.2026).

Kapitalmarkt spielt zunehmend Rolle in der Vermögensbildung

„Der Kapitalmarkt ist für immer mehr Menschen ein fester Baustein der privaten Vermögensbildung“, sagt Landrichtinger. Die kürzlich erfolgte Einigung auf das „Zukunftsdepot“ (VJ 19.10.2026) trage dieser Entwicklung Rechnung.

„Entscheidend ist, dass die Umsetzung jetzt rasch und praxisnah erfolgt, damit dieses neue staatlich incentivierte Anlageinstrument erfolgreich wird“, fügt Landrichtinger hinzu.

Und wie beim Zukunftsdepot gelte auch bei allen anderen Veranlagungen: „Ein persönliches Beratungsgespräch hilft, Chancen und Risiken der jeweiligen Anlageform richtig einzuschätzen.“

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